Finkelstein sagt Deutschlandreise ab

Der amerikanische Autor G. Finkelstein, bekannt durch seine Werke „Die Holocaust Industrie“ und „Antisemitismus als politische Waffe“, ist beliebt bei Neo-Nazis und anderen antisemitischen Gruppen. Diese Woche sollte er Prag, München, Berlin und Kosice besuchen um seinen Vortrag: „Ein Jahr nach dem israelischen Überfall auf Gaza – die Verantwortung der deutschen Regierung an der fortgesetzten Aushungerung der palästinensischen Bevölkerung“ vorzustellen.

Finkelstein Europa Tour

Nachdem die Trinitatis-Kirche in Berlin über den Charakter der anstehende Veranstaltung in ihrem Hause aufgeklärt wurde, sagte sie ab. Den Veranstaltern wurden ersatzweise Räumlichkeiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung versprochen, aber auch diese lud Finkelstein wieder aus. Daraufhin bot die „Junge Welt“ Räume an.

In Kosice (Slowenien) stellte sich heraus, dass die Einlader einem Kreis handfester Neo-Nazis angehören und Finkelstein stornierte seinen Auftritt selbst. Das wusste man in München für sich zu nutzen. Die Gruppe „Salam Shalom“ buchte Finkelstein daraufhin gleich für zwei Tage, den 24. und 25. Februar. Doch auch in München konnten die Betreiber der Veranstaltungsorte über ihren kommenden Gast in Kenntnis gesetzt werden. Sowohl das Kulturhaus Milbertshofen, als auch das Amerika-Haus chancelten kurzfristig ihre Zusage. Schlussendlich hatte Finkelstein selbst genug und stornierte seinen Flug nach Deutschland.

[Nachtrag] Aktivisten vom Münchner Friedensbündnis ließen es sich aber nicht nehmen, den Finkelstein-Vortrag in Prag mitzuschneiden und am 29.04.2010 im „Eine Welt Haus“ aufzuführen.