Jew-Haters Delight: Palästina Tage in München

Vom 19. Juni bis zum 09. Juli richtet die Vereinigung „Palästina Komitee München“ diverse Veranstaltungen aus. In der Vergangenheit zeigte sich die Gruppe oft antizionistisch und antisemitisch. Das Programm der kommenden „Palästina Tage 2010″ setzt diese Tradition fort.

This is our land. So get the fuck out of it
Klare Worte im Programmheft: „This is our land. So get the fuck out of it“


Das „Palästina Komitee München“ gründete sich nach eigenen Angaben 1982 in Reaktion auf den Konflikt zwischen Israel und Libanon. Endlich könne man – so die Gründer – es in der „deutschen Öffentlichkeit wagen, Israel gegenüber Kritik zu üben“. Die angebliche Kritik bestand aus der Verlängerung der damaligen und künftigen Intifada-Propaganda. Wenn die Aktivisten des „Palästina Komitees München“ enthemmt den Stift zur Hand nehmen, liest sich das auch heute noch so:

Wer durchbrach die Waffenruhe? […] Israel, Israel, Israel. Der Mehrheit des jüdischen Staates befindet sich im Blutrausch und ergötzt sich an den ‚Abbombardierungen‘ der Ziele im Gazastreifen. […] Nicht die gewählte Hamas-Regierung, sondern die brutalen Besatzer, nämlich die Regierung eines radikal-jüdischen Staates gehören vor das Haager Kriegstribunal
(Aufruf, Palästina Komitee München, 2009, zitiert)

… oder so:

Die Israelis praktizieren gegenüber den Palästinensern den Rassismus, unter dem sie als Juden gelitten haben
(Flugblatt, Palästina Komitee München)

Rat des Komitees: die Hamas akzeptieren
Etwas vorsichtiger äußert sich die Gruppe in den bürgerlichen Medien. An der Hamas ist nicht alles schlecht, meint Fuad Hamdan, ein Sprecher. Immerhin handele es sich um eine „Widerstandsbewegung“. Die Hamas mache nur „viel falsch“. Der Westen müsse aber akzeptieren, dass die Hamas demokratisch gewählt sei. „Der Westen predigt uns Palästinensern immer Demokratie. Und wenn wir Demokratie ausüben, dann ist sie auf einmal nicht mehr okay, wenn wir die Falschen wählen“.


Palästinenser üben Demokratie aus. Und nicht alles ist schlecht: ökologiebewusst auf dem Pferderücken. Autobahn nicht nötig

Blut- und Boden
In weiten Kreisen der antizionistischen Bewegung herrscht die Auffassung, dass der „Boden“ in „Palästina“ sui generis palästinensisch bzw. arabisch sei. Das schließt die Annahme ein, dass ein palästinensisches Kind der West Bank, selbst wenn es noch nie einen Fuß auf israelisches Territorium gesetzt hat, „eigentlich“ qua Blut ein Recht auf den Boden hinter dem Zaun hätte. Der jüdische Staat wird als „Besetzung“ verstanden, weil eben Blut und Boden – das ist die sich dahinter verbergende Logik – nicht im Einklang seien. Dass Vertreter der Gruppe „Palästina Komitee München“ diese Ansicht teilen, wird nicht nur inhaltlich, sondern auch im konkreten Wortlaut deutlich:

… sie sahen es auf den Grund und Boden der Einheimischen ab. Die jüdische Landnahme zielte darauf, den Boden Palästinas zu judaisieren. (SZ-Artikel, Fuad Hamdan, 2008)

„Die Zukunft unserer Kinder nicht von der Vergangenheit diktieren lassen“
Dass es ebenso mit dem Gedenken an den Holocaust bei der Gruppe „Palästina Komitee München“ nicht weit her ist, kann man sich denken. Sie hat angeblich auch eine Versammlung unter dem Motto „Dürfen Deutsche Isreal kritisieren?“ am 09. November, am Jahrestag der Reichspogromnacht, abgehalten. Das Programmheft zur Bewerbung der „Palästina Tage 2010″ macht das Verhältnis noch einmal deutlicher. Die Zukunft der Kinder wolle man sich nicht von der Vergangenheit „diktieren“ lassen, so das Vorwort des Heftes.

    Programm der „Palästina Tage 2010″ im Originalton

19.06. Konzert mit dem palästinensischen Oud-Spieler und Sänger Ghidian Qaimary aus Jerusalem (Eine Welt Haus)
20.06. Söldner gegen die Zukunft oder eine einzige Demokratie im Nahen Osten. Lesung mit Beate Himmelstoss und Jürgen Jung (Gasteig)
22.06. Um Hoffnung kämpfen – der lange Weg zum Frieden. Ein Vortrag von Felicia Langer (Gasteig)
30.06. Filmabend: HipHop und Kalaschnikow. Anders Reisen: Beirut – Ramallah – all inclusive (Eine Welt Haus)
01.07. DAM – HipHop live outta Palestine. Konzert & Freestyles & Screening & Gespräch (Muffathalle)
09.07. Shimon Peres „Friedenspolitiker“ und Nationalist. Buchpräsentation: Dr. Tamar Amar-Dahl (Gasteig)

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