Der Alpenverein und die Juden

Mit Ruhm hat sich der Alpenverein wahrlich nicht bekleckert. Lange bevor die NSDAP an die Macht gewählt wurde, meldeten die Bergfreunde „judenfrei“. Die Sektion Wien nahm schon 1907 den „Arierparagraphen“ in ihre Satzung auf. Zahlreiche Sektionen folgten oder gründeten sich mit der Maßgabe der „arischen Reinheit“ seiner Mitglieder. In einer Ausstellung versucht sich der Alpenverein erstmals seiner Vergangenheit zu nähern.

… Im 20. Jahrhundert wurden die Alpen aber auch zum Kampfplatz der Politik und der Ideologien. „Die Alpen sind nicht mehr der ‚Spielplatz von Europa‘, sondern ein soldatisches Übungsfeld, die grandiose Schaubühne der Natur keine ‚moralische‘, sondern eine militärische Anstalt“, schrieb Joseph Braunstein, der Wiener Alpinist und Musiker, 1936, wenige Jahre vor seiner Emigration in die USA. Und er hatte dabei nicht nur die „Schlacht“ um die Eiger-Nordwand vor Augen, sondern auch die schon in den 1920er Jahren durchgesetzte Arisierung des Alpenvereins …

Mit diesen Worten bewerben der deutsche und österreichische Alpenverein, in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems und dem Jüdischen Museum Wien, die Veranstaltung. Am Samstag den 28. August findet um 14:00 Uhr eine Führung mit dem Historiker Thomas Lindner statt. Die Ausstellung kann – ohne Führung – bis zum 27. Februar 2011 im Alpinen Museum des Alpenvereins auf der Praterinsel Hausnummer fünf, besucht werden.

www.hast-du-meine-alpen-gesehen.de