Israel und die „Bestie des Kapitals“ : Kaso Perdido auf Deutschlandtour

In Frankfurt konnte Kaso Perdido nicht landen. Dafür wurde die umstrittene Ska-Punk Band in Nürnberg umso herzlicher empfangen. Die Band aus Spanien erzähle die „Wahrheit“ – bekräftigt ein Booker des Nürnberger Kunstvereines.

Nicht zuletzt eine bestimmte Songzeile der Spanier hat das Plenum des Instituts für vergleichende Irrelevanz in Frankfurt hellhörig werden lassen:

„Armados por la bestia del capital/los que controlan el dinero mundial/Israel punta y dispara/sobre las piedras de la intifada.“ (Bewaffnet von der Bestie des Kapitals, die das weltweite Geld kontrolliert, zielt Israel und schiesst gegen die Steine der Intifada | Video.)

Das Konzert in Frankfurt wurde abgesagt. Anders in Nürnberg. Zahlreiche kritische Hinweise gingen beim Nürnberger Kunstverein ein. Erfolglos. Dämonisierung und Antisemitismus könne er nicht erkennen, so ein Veranstalter. Auch den alten Topos vom „Geldjuden“, bzw. das Zusammendenken von Juden und Kapital, höre er in der zitierten Aussage der Band nicht mitschwingen. Vielmehr sei die Aussage der Band einfach „die Wahrheit“.

Im Refrain des Songs, der sich „Palestina“ nennt, heißt es weiter: „Noch einmal wiederholt sich die Geschichte“ und zwar in Palästina. Israelische Politik und das Naziregime fallen – so legt es die Anspielung nahe – in die selbe historische Routine. Der sekundäre Antisemitismus in dieser Aussage ist deutlich, berührt den Veranstalter aber nicht. Indes verfasste Kaso Perdido ein Statement, welches auch auf der Website des Kunstvereines Nürnberg zu lesen ist. Es sind weitere Konzerte in Deutschland geplant:

07.09.2010 Cafe Amelie (Gießen)
08.09.2010 Bahia de Cochinos (Castrop-Rauxel)
09.09.2010 Villa Kunterbunt (Bünde bei Bielefeld)
10.09.2010 Burgtor (Lübeck)