Veranstaltungshinweis: Rage wieder da

Gegen die rassistische Abschiebepraxis der europäischen Gemeinschaft richtete sich das Rage Against Abschiebung Festival. Sieben Jahre lang fand es statt, doch nach dem achten Jahr war 2007 Schluss. Die Veranstaltung war zu kostspielig geworden und der Veranstalter, der Bayerische Flüchtlingsrat, hatte zuletzt finanzielle Verluste kompensieren müssen. Diesen Samstag meldet sich das „Rage“ zurück. Egotronic machen mit.

„Nach acht aufwendigen Festivals ist jetzt einfach Zeit für einen Schnitt. Vielleicht nur eine Pause, denn zu Grabe möchten wir das Rage eigentlich nicht tragen. Abgeschoben wird nach wie vor. Das neue Rage wird sicher anders, vielleicht kleiner, vielleicht wieder politischer – wir werden sehen – alles neu, zurück zu unseren Wurzeln“ Matthias Weinzierl in: Rage Against Größenwahn, Hinterland Magazin, 2007

Kleiner wird das Festival im Jahre 2010 sicher ausfallen. Es werden keine vier Hallen bespielt, sondern nur zwei. Derart politikferne Bands wie Die Sterne sind nicht mehr im Programm, womit das Rage Against Abschiebung heuer schon ohne Mühe politischer sein wird. Wehmutstropfen: die SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) veranstaltet am Rande mit.

Umso erfreulicher hingegen: Egotronic sind mit von der Partie, womit ein Zeichen gesetzt ist. Einer Vereinigung, die das Wortungetüm Deutsche Arbeiterjugend im Namen trägt, der also die Arbeit das Höchste und das Deutsche das Erste ist (wonach der Auftakt sozialistisch nurmehr als eine ernste Drohung verstanden werden kann), ist damit etwas entgegengesetzt. Das eben, was Matthias Weinzierl mit „Wurzeln“ gemeint haben könnte: Eine undeutsche Bewegung, die Lebenslust und Freizügigkeit der Arbeitsamkeit und Beschränktheit voranstellt. Aber nicht nur Egotronic, auch Antitainment sowie Thomas Lechner vom Candy Club stehen auf dem Programm. Es wird also gut.