Im Büro darf Sarrazins Büchlein nicht fehlen

Der Kaut-Bullinger ist eines der ältesten Bürobedarfgeschäfte in der Münchner Innenstadt. Hier gibt es neben Mal- und Bastelkram außer Kalender und Bastelbüchern eigentlich keine Bücher zu erwerben, zumindest keine, die nicht ans Kernsgeschäft anknüpfen. Bis auf eines.

Seit neuestem stapelt der ehemalige königlich-bayerische Hoflieferant zwischen Filzern und Büroklammern auch das neue Buch von Sarrrazin im Laden. Einer Beschwerde von Schlamassel Muc folgte ein Antwortschreiben des Geschäftsführers Karl-Heinz Rückerl, der die merkwürdige Programmerweiterung mit logistischen Zwängen begründet.

… Das ominöse Sarrazin-Buch mussten wir täglich ca. 5 mal bestellen. Aus wirtschaftlichen Gründen haben wir hier Bücher auf Lager genommen, um nicht täglich Einzelbestellungen auslösen zu müssen. Das Buch ist auch so präsentiert, das es beim Eintritt in die Etage nicht gleich ins Auge springt.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Gegen die unsichtbare Hand des Marktes ist man machtlos
Man möchte ja fast Mitleid haben, wenn ein Bürobedarfgeschäft Marke Kaut-Bullinger förmlich gezwungen ist, ein „ominöses Buch“ im Verkaufsraum zu verstecken. Natürlich haben wir neben Mitleid auch Verständnis, wenn Kaut-Bullinger den Rassismus in Deutschland befördern muss, indem in den Verkaufsräumen nicht nur einer rassistischen Nachfrage – fernab des Kerngeschäftes – stattgegeben wird, sondern zudem auch Impulskäufe provoziert. Weil es ist ja Markt. Was kann da ein kleines Geschäftsführerle schon gegen ausrichten?