Stadt Freiburg sagt Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948″ ab

In München konnte man von der Ausstellung „Die Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948″ nicht genug haben. Sie erschien gleich mehrere Jahre hintereinander, an verschiedenen Orten: im Eine-Welt-Haus, im Gasteig und an der Hochschule für Philosophie. In Freiburg hingegen erteilte Oberbürgermeister Dieter Salomon der bereits zugesagten Wanderausstellung eine Absage


Scheinbar gut gerüstet gegen Antisemitismus: Der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon. (Das läuft in Freiburg nicht immer so).

Aus der offiziellen Begründung der Stadt:

Inhaltlich lastet die Ausstellung die Alleinverantwortung für die Vertreibung der Palästinenser den Israelis an. Die palästinensischen Araber als verantwortlich und aktiv Handelnde in diesem Konflikt kommen in der Präsentation nicht vor. Keine Rede ist beispielsweise von den antisemitisch motivierten arabischen Pogromen, die bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts und vor allem nach 1945 in den jüdischen Siedlungsgebieten des arabischen Raumes stattfanden. Diese andere “Nakba” (deutsch: Katastrophe) bedeutete Flucht und Vertreibung für Hunderttausende arabischer Juden, die ihre Heimat verlassen mussten und in Israel aufgenommen wurden.

Unerwähnt bleibt auch die Tatsache, dass Hitlerdeutschland die Gründung des Staates Israel verhindern wollte und dabei mit den palästinensischen Arabern, allen voran mit dem geistigen und politischen Führer und Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, aufs engste kooperierte und sowohl ideologisch wie materiell unterstützte. Und keine Rede ist davon, dass die arabischen Anrainerstaaten die Palästinenser zur Evakuierung der Kampfgebiete vor dem Angriffskrieg auf Israel 1948 aufforderten. Seit Jahrzehnten bilden die palästinensischen Flüchtlinge eine politische Manövriermasse, die den arabischen Staaten als politisch-moralisches Druckmittel gegen Israel dient.

Ebenfalls ist nicht erwähnt, dass die PLO als politische Repräsentanz der Palästinenser das Existenzrecht Israels in ihrer Gründungserklärung verneinte, so wie es heute noch Hamas, Hisbollah oder manche arabische Staaten tun und mit Attentaten und Raketenagriffen auf Israel unterstreichen.

Die Ausstellung berücksichtigt überdies nur den Zeitraum vor 1949 sowie die Gegenwart, nicht jedoch die dazwischen liegenden 60 Jahre, in denen sich das Flüchtlingselend und die Unversöhnlichkeit der Lager noch verschärft haben. Auch an dieser Entwicklung waren die Palästinenser und ihre arabischen Unterstützer nicht unbeteiligt.

Indes hat die antizionistische Organisation „Institut für Palästinakunde“ eine Erklärung abgegeben: Den „Bütteln des israelischen Staatsinteresses“ sei es gelungen, den „Bürgern der Stadt den Sack des israelischen Propaganda-Interesses über den Kopf zu ziehen“.

(Nachtrag): Das Verwaltungsgericht in Freiburg entschied, dass – aufgrund der späten Absage – die Veranstaltung doch stattfinden muss.