30. März: „Tag des Bodens“

Das „Nationale BDS -Komitee“ (BNC) ruft am „Tag des Bodens“ zu einem „Aktionstag“ gegen israelische Produkte auf. Ebenso zur „Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seinem Recht auf Selbstbestimmung über das Land seiner Vorfahren“. Die geplanten Aktionen zielen in Europa vornehmlich auf Kaufhäuser ab. Kaufhäuser, nicht gerade eine Neuigkeit.

Gestärkt fühlt man sich aufgrund der „Volkserhebungen“ in Ägypten und Tunesien, weil ihr „Kampf ist unserer, so wie unser Kampf der ihre ist“, heißt es im Flugblatt der Kampagne. Und so möchte das BNC auch etwas zum allgemeinen arabischen Aufbegehren beitragen und meint das mit einem antisemitischen Furor in und vor deutschen Kaufhäusern am besten zu leisten. Beliebte Ziele der Kampagne waren in der Vergangenheit Geschäfte von H&M und Supermärkte. Anschauliche Vorschläge für Aktionen dazu sind auf der Website des Komitees zu finden. Hauptschauplatz in Deutschland soll Berlin werden. Allerdings ruft auch die antizionistische Vereinigung Salam-Shalom zu Aktionen in München auf.

Willige müssten sich finden lassen. In München schlichen graue Herren und Damen schon etliche Male vor Kaufhäusern herum und verteilten hintersinnige Flugblätter, zum Beispiel während der „Israelischen Woche“ im Kaufhof. Auf einer der letzten Veranstaltungen von Salam-Shalom, mit Moshe Zuckermann, bekundete ein begeisterter Anhänger gar, er habe es sich zur Regel gemacht, sein Weltbild in den Supermarkt zu tragen.

Wenn ich heute an der Supermarktkasse stehe und nehme mir ganz bewusst Obst aus Israel mit und gebe sie dann an der Kasse zurück und sage dann ganz laut, dass es die Schlange hört: Solange Israel seine Besatzungspolitk aufrecht erhält, kaufe ich keine israelischen Waren! Da schauen mich die Leute oft blöd an, aber ich denke auch, es macht manche nachdenklich.

Passender Weise ist der „Tag des Bodens“, der da in Berlin wehrhaft gegen israelische Produkte begangen werden soll, zeitgleich der Tag der schwersten Bombenangriffe auf das nationalsozialistische Berlin im Jahre 1945. Es bleibt nurmehr abzuwarten, bis die Initiatorinnen und Initiatoren der Kampagne ihr Aufbegehren und entsprechende Trauerfeierlichkeiten zu verbinden wissen.

Selbst eine Meinung bilden: Aufruf: Tag des Bodens
Gedenken zum „Tag des Bodens“: Samstag 02.04, 14:00 – 17:00 Uhr, Richard-Strauß-Brunnen