Veranstaltungshinweis: Wir bleiben Kameraden

Im vierten Seminar der Reihe befasst sich das DGB-Bildungswerk mit dem Thema Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung im Faschismus. Behandelt werden Themenstellungen, aus denen sich das Verhältnis der Nazis zu den abhängig Beschäftigten und ihren gewerkschaftlichen und politischen Organisationen ergibt.


Klassenkampf gelöst – Spuk vorbei. Foto: Jüdisches Museum Berlin

Die Nazis unterstellten in ihren wirtschaftspolitischen Vorstellungen eine prinzipielle Interessenharmonie von Kapital und Lohnarbeit, was die Vorstellung einer Arbeitswelt ohne Gewerkschaften bedingte. Unter anderem kam diese Haltung zum Ausdruck im „Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit“ und in penetranten völkisch-moralischen Appellen besonders an die Lohnabhängigen, materielle Ansprüche zurückzustellen und sich mit „Aufopferungsfähigkeit und Aufopferungswillen für die Gesamtheit“ („Mein Kampf“) zu engagieren. Das unablässige faschistische Lob der Arbeit bedeutete nichts anderes als materielle Beschränkung für die Ideale der deutschen Nation. Ihnen war klar: Nur mit entsprechender Moral und Gesinnung – unverdorben von jüdisch-marxistischen Ansprüchen – lässt sich den Lohnabhängigen ein Leben zumuten, das in nichts anderem besteht als im selbstlosen Dienst am Kapital und am faschistischen Staat.

Referenten: Wolfgang Linke, Ex-Betriebsrat, IG Metall, AK „Kapital“ | Michael Wendl, Sozialwissenschaftler, Zeitschrift „Sozialismus“ | Dr. Ernst Wolowicz, Sozialwissenschaftler | Wolfgang Veiglhuber, DGB Bildungswerk Bayern

Anmeldeschluss: Montag, 4. April 2011
Zeit: Samstag, 9. April 2011, 9:30 Uhr bis 17:45 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München | Schwanthalerstraße 64
Anmeldung: wolfgang.veiglhuber [beim] bildungswerk-bayern.de
Teilnahmegebühr: keine

Veranstaltungen demnächst in München:

Dienstag, 12. April | Ausstellungseröffnung: Das wird spitze! | Blick auf die Verhandlung des „Jüdischen“ auf dem Fernsehbildschirm | Ort: Jüdisches Museum

Mittwoch, 13. April | Heimkehr der Unerwünschten: Eine Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945 | Mit Olivier Guez, Rachel Salamander und Anne Ameri-Siemens | Ort: Israelitische Kultusgemeinde

Freitag, 13. Mai | „Mir zaynen doh“ | Vortrag zu jüdischen Protesten der „Displaced Persons“ nach 1945 in München-Bogenhausen | Von Martin Rühlemann | Ort: Kulturladen Westend

Mittwoch, 27. Mai | Israel kurzgefasst | Vortrag mit der Nahostkorrespondentin der ZEIT, Gisela Dachs | Veranstalterin: DIG | Ort: Gasteig