Ein paar Quadratmeter Israel

Am vergangenen Freitag wurde es amtlich. Das israelische Generalkonsulat wird in München eröffnet. Oberbürgermeister Christian Ude sagte, München müsse sehr dankbar sein für diesen bedeutenden Schritt. Ude sagte nicht, wie sehr die Stadt antiisraelische Veranstaltungen fördert. Zum Beispiel die kommenden „Palästina Tage 2011″.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer warb vor etwa zwei Jahren bei seinem Israelbesuch dafür, ein israelisches Generalkonsulat in Bayern einzurichten. Vor ein paar Monaten freundeten sich die israelischen Behörden mit dem Gedanken an und entschieden sich für den Standort München. Im Beisein von unter anderen Max Mannheimer (Zeitzeuge) und Dieter Graumann (Präsident ZDJ) unterzeichneten Israels Außenminister Avigdor Lieberman und Seehofer letzten Freitag den Vertrag in der Bayerischen Staatskanzlei. Lieberman betonte die gute Beziehung von Israel und Bayern, insbesondere die Verdienste des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Strauß unterstützte Israel bereits, als Deutschland offiziell noch keine diplomatischen Beziehungen zum neuen Staat pflegte – ein starker Moment in seinem nicht immer von ähnlicher Weisheit geleiteten Leben. Das Generalkonsulat wird übergangsweise in der Brienner Straße 19 eingerichtet, einen Steinwurf vom Platz der Opfer des Nationalsozialismus entfernt. Es ist noch unklar, wo der entgültige Standort sein wird. Die Meldung der Süddeutschen Zeitung, dass die „Standortfrage geklärt“ sei, ist nicht richtig.

Zehntägige Mobilisierungsveranstaltung zum zweiten Start der „Mavi Marmara“
Oberbürgermeister Ude versprach, die Stadt werde bei der Wahl eines geeigneten Objektes tun, „was sie nur überhaupt tun kann“. Außerdem unterstrich Ude, die Stadt müsse „sehr dankbar“ für diesen „bedeutenden Schritt“ sein. Das notorische Engagement der Stadt zu Ungunsten Isreals erwähnte Ude nicht. Die umstrittene Veranstaltung „Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948″ konnte schon dreimal in München stattfinden – davon zweimal städtisch gefördert, im Gasteig und im EineWeltHaus. Jährlich bekommt die eindeutig positionierte Vereinigung „Palästina Komitee“ für ihre „Palästina Tage“ Räume zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr finden die „Palästina Tage“ im Vorfeld der Mobilisierung für einen erneuten Start der Flotte um die „Mavi Marmara“ Richtung Gaza-Streifen statt. Ob die Flottille aber tatsächlich am 31. Mai starten wird, ist noch ungewiss. Das „Palästina Komitee“ konnte bereits einen Gründer der „Electronic Intifada“ für den 27. Mai im städtischen Kulturzentrum Gasteig als Referenten platzieren. Am darauffolgenden Tag soll Mazin Qumsiyeh referieren, über die „globale Intifada“, ebenfalls im Gasteig. Begleitet werden die Veranstaltungen – gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München – zwischen dem 18. und 28. Mai von einer „Ausstellung“ in der Glashalle des Kulturzentrums.

Weiterführende Links:
Programm „Palästina Tage 2011″
Pressemeldung der Israelischen Botschaft in Berlin
Über das israelische Konsulat in München zwischen 1948 und 1953