Das Watchblog zur Süddeutschen positioniert sich

Das Blog suedwatch.de ist beliebt aufgrund seiner kritischen Beiträge zur Israel-Berichterstattung der SZ. Doch dominieren vermehrt rechtspopulistische Inhalte das Portal. Jetzt trat suedwatch.de dem „Münchner Bündnis gegen Antisemitismus“ bei – einer Tarnorganisation der randständigen Partei „Die Freiheit“.

Wenn es um Israel geht, ist die SZ seit Jahren eine Garantin für polemische und zu Israels Ungunsten verzerrte Berichterstattung. Erst narrte über 10 Jahre lang Thorsten Schmitz die Leserinnen und Leser, vor etwa einem Jahr trat Peter Münch seine Stelle an. Im Nachrichtenteil verfasst Münch stets bemüht wirkende neutrale Artikel, deren Neutralität aber weit hinter viele andere Publikationen zurückfällt. Auf der Meinungsseite darf Münch dann ganz ungebremst agitieren, diese Beiträge erscheinen nicht in der Online-Ausgabe der SZ. Das Portal suedwatch.de nimmt sich seit Mitte 2009 die Israel-Berichterstattung der SZ vor und unterscheidet zwischen Fakten und antiisraelischer Dichtkunst. Dabei ließen die Macher aber immer schon durchblicken, dass es sich bei der Gruppe keinesfalls um eingefleischte Antirassisten handelt. Spätestens seit dem Erscheinen des Sarrazin-Buches häufen sich aber die Einträge, in denen suedwatch.de für dubiose Gestalten Partei ergreift, immer unter dem Vorwand freilich, es ging einzig um eine korrekte Berichterstattung – die Wahrheit und den diffamierten Mutigen, der sie aussprach.

Das Watchblog und seine falschen Freunde
Zum Beispiel verriss suedwatch.de kürzlich einen kritischen SZ-Artikel über Martin Böcker, einem extrem rechten Aktivisten, der die Redaktion der Campuszeitschrift an der Bundeswehruniversität in Neubiberg übernommen hatte. Ebenso stellte sich suedwatch.de vor Christian Jung, Gründer des bayerischen Ablegers der Partei „Die Freiheit“. Vor wenigen Tagen positionierte sich suedwatch.de dann gänzlich ungeniert und trat mit der verschwisterten Facebook-Gruppe „Suedwatch Panoptikum“ seine Mitgliedschaft beim „Münchner Bündnis gegen Antisemitismus“ an. Das Bündnis mit dem ansprechenden Namen ist eine Tarnorganisation der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“, der in Bayern Christian Jung und Michael Stürzenberger (PI-News) vorstehen. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft warnte per Pressemitteilung bereits vor den „falschen Freunden“, die Engagement gegen Antisemitismus und Solidarität mit Israel „gemeinsam mit Forderungen nach Minarettverbot und härterem Durchgreifen bei Schulschwänzern auf Stammtischniveau“ verhandeln.