Pater Rainer läd wieder nach Straubing

Pater Rainer Fielenbach schreibt seit Jahren für das antizionistische „Palästina Portal“, rangiert dort als „unser Reporter in Bethlehem“. 2006 erlangte der Karmelitenpater bereits zweifelhaften Ruhm. Er erwirkte die Absetzung der Dokumentation „Terror gegen Christen“ beim SWR. Diesen Freitag läd Pater Rainer wieder ins Straubinger Kloster. Zu Gast ist Daoud Nasser.


Gut gelaunt: Fielenbach auf Schäfchenjagd

Am 23. September, am Tag als Fatah-Chef Abbas seinen Antrag zur Anerkennung eines Palästinenserstaates bei der UN einreichte, war Pater Rainer mittendrin, auf der Großkundgebung in Bethlehem. Schon Tage zuvor veröffentlichte das „Palästina Portal“ täglich seine Beiträge. Nahezu euphorisch wurde der Geistliche, als die Hymne der palästinensischen Autonomobehörde Bilādī gesungen wurde. Dass Bilādī ein Elaborat des Hasses, der Rache, des Krieges und des Blutes ist, scheint Pater Rainer nicht gestört zu haben. Ebenso hat er eine interessante Begründung parat, warum der Mob eine US-Fahne verbrannte: Das sei ein „Symbol für das bevorstehende Veto der USA“ gewesen – das Paradox einer vorauseilenden Reaktion sozusagen – als wäre das Verbrennen von Israel- und USA-Fahnen nicht eine erwartbare Pflichtübung einer jeden Großkundgebung im Westjordanland. Die Jugendlichen, die nach der Demonstration obligatorisch Steine warfen, trugen keine Verletzungen davon, stellte Fielenbach erleichtert fest.

Unter dem „Zelt der Völker“ ist viel Platz, aber nicht für alle
Pater Rainer mischt sich ein, ist Teil eines Propagandanetzwerkes, das auf Menschen in entscheidenden Positionen mit Briefen und Bitten einzuwirken sucht. Sein größter Coup gelang ihm 2006 mit einer Beschwerde beim Redaktionsleiter des SWR. Eine Film – vom Sender bereits angekündigt – sollte Überfälle auf die christliche Glaubensgemeinschaft im Westjordanland dokumentieren. Fielenbach gelang es, dem zuständigen Redakteur zu vermitteln, dass die Ausstrahlung einen „Keil zwischen Moslems und Christen“ treiben könnte. Ebenso würden dadurch „christliche Pilger aus Europa eingeschüchtert, Bethlehem zu besuchen“. Die Sendung wurde abgesetzt. Gerade eben ist Fielenbach von einer seiner inflationären Pilgerreisen zurückgekehrt und läd frisch, fromm, fröhlich, frei ins Straubinger Karmelitenkloster zur Veranstaltung „Wir weigern uns Feinde zu sein“ mit Daoud Nasser. Nasser gehört dem christlichen Missionierungsprojekt „Zelt der Völker“ an. Bei seinem Vortrag ist schwülstige Liturgie mit Blut & Boden Galore zu erwarten:

Mit diesen Gedanken und der tiefen Verbundenheit mit dem Grund und Boden sowie auch mit dem Bewusstsein über die Bedeutung des Landes wurden weitere Grundstücke kultiviert. […] Bäume pflanzen ist auch eine Sache der Nachhaltigkeit: Ein Großvater und sein Enkelkind pflanzten gemeinsam einen Olivenbaum. Da fragte das Kind: „Opa, warum pflanzt du den Baum, wenn du die Früchte davon gar nicht essen wirst?“ „Weißt Du, mein Kind“, antwortete der Großvater, „meine Eltern und Großeltern haben die Bäume gepflanzt, von denen ich heute esse, und so will ich Bäume pflanzen, von denen du essen wirst“.

Kreuzritter reloaded
Die Karmeliten sehen sich selbst – ohne dabei rot zu werden – in der Tradition der Kreuzritter. Auf den Ritterfestspielen ist der Orden vertreten. Ihre Ursprünge gehen auch tatsächlich auf die europäischen Templer zurück, sie zogen bewaffnet ins „Heilige Land,“ um es zu „befreien“. Nachdem die Karmeliten wieder vertrieben wurden, kehrten sie als Mönche nach Europa und fristeten viele Jahrhunderte ihre Zeit als Bettelorden. Heute betreiben sie diverse Wohlfahrtsprojekte, mit dem Ziel, Menschen mit muslimischem Glauben im Westjordanland zu missionieren. Das Wohlwollen der ansässigen Bevölkerung meinen sie sich dadurch erkaufen zu können, indem sie Stellung gegen Israel sowie gegen siedelnde Jüdinnen und Juden beziehen. Im Übrigen ist die fragwürdige Haltung bezüglich Jüdinnen und Juden durchaus eine Tradition. Noch 1984 priesen die Karmeliten ihr Kloster den männlichen Juden in Polen – im Hinblick auf Auschwitz – als „Unterpfand der Bekehrung unserer verirrten Brüder“ an. Einer der engagiertesten Karmeliterorden sitzt im bayerischen Straubing.

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