DGB-Bildungswerk: Seminarprogramm 2012 verabschiedet

Mit von der Partie sind wieder Gerhard Stapelfeldt, Ingo Elbe, Michael Heinrich, Peter Bierl, Robert Andreasch und Freerk Huisken. Aber auch neue Gesichter werden sich im Gewerkschafshaus zeigen, wie zum Beispiel Hans-Günter Thien, Hermann Lueer und last but not least: Samuel Salzborn.

Die samstäglichen Theorieseminare des DGB-Bildungswerks 2012 scheinen wie gewohnt marxlastig zu werden. Prof. Dr. Hans-Günter Thien referiert über Klassentheorie, Prof. Dr. John Kannankulam untersucht die Staatstheorie bei Marx und Dr. Ingo Elbe schlägt sich mit den Kontroversen bei der Interpretation alter und neuer Marx-Lektüre herum. Bei einer der beiden Ökonomie-Fachtagungen – die in Kooperation mit dem DGB-Bezirk Bayern ausgerichtet sein werden – sitzt der Kapitalexperte Dr. Michael Heinrich auf dem Podium. Bei den Seminaren zur „Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung“ könnte das Seminar mit Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt über frühe sozialistische Wegbereitende hervorgehoben werden, unter den vier Seminaren zur Ideologiekritik das mit Peter Bierl zum „rechten Denken in der Linken“. Der streitbare Prof. Dr. Freerk Huisken wird ein Wort zum Thema Nationalismus reden. Als ein besonderes Schmakerl ist mit Sicherheit das Tagesseminar mit PD Dr. Samuel Salzborn anzusehen, der vor kurzem mit der Studie „Antisemiten als Koalitionspartner?“ Furore machte. Mit wenigen Ausnahmen bestreiten Männer die Seminare, aber immerhin nicht die verkehrten. Eine schlechte Nachricht: Ab dem Jahre 2012 werden Gäste fünf Euro Unkostenbeitrag pro Tag und Nase berappen müssen.

Zu den Organisationen mit der Freiheit im Namen
Schon im Februar findet ein weiteres Seminar mit Robert Andreasch von der „antifaschistischen informations- dokumentations und archivstelle“ (a.i.d.a.) im gewerkschaftlichen Gemäuer statt. Die Archivstelle genießt in Gewerkschaftskreisen ein hohes Ansehen, auch wurde ihr heute der Josef-Felder-Preis von der bayerischen SPD verliehen. Seit einiger Zeit sind die Journalistinnen und Journalisten von a.i.d.a. verstärkt Repressionsziele des bayerischen Innenministeriums und auch Denunziationskampagnen rechter Organisationen ausgesetzt – insbesondere Robert Andreasch ist der deutschtümelnden Allianz ein Dorn im Auge. So wurde der Journalist Mitte dieses Jahres auf den Internetseiten der Kameradschaft „Freien Netz Süd“ denunziert, gefolgt von der extrem rechten Zeitschrift Junge Freiheit und dem Portal der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“. Das mit letzterer verschwisterte Watchblog suedwatch.de schlug in eine ähnliche Kerbe. Auch die Gewerkschaft geriet in Bayern jüngst ins Fadenkreuz von Rechtsradikalen. Am 7. November kam es in Nürnberg zu einem Gerangel zwischen DGB-Jugend und faschistischen Kameradschaften im Vorfeld einer Diskussion über Zeitarbeit vor dem Nürnberger Rathaussaal. Im Oktober bedrängten Neo-Nazis eine Veranstaltung im Gewerkschaftshaus München mit Magdalena Marsovszky zum Thema „Antisemitismus in Ungarn: Eine aktuelle Bestandsaufnahme“.

Weiterführendes:
DGB-Bildungswerk: Das vollständige Seminarprogramm 2012