Georg Schramm: „Mein ganzer Zorn steckt drin“

Nach seinem Ausfall im März dieses Jahres, als Georg Schramm bei einer Veranstaltung zu „Stuttgart 21″ über Juden sprach, ohne sie zu nennen, ist der Kabarettist heute bei der Occupy-Bewegung und einer Anthroposophenbank angekommen. Der Verfall des deutschen Publikumslieblings in einem 25-minütigen Interview:

Kostprobe: Georg Schramm erklärt den Nahost-Konflikt

Es ist keine Theorie, es gibt in den USA eine sehr weit verbreitete Strömung bei den Evangelikalen, also praktisch die christilichen radikalen Fundamentalisten, nämlich, die orthodoxen jüdischen Fundamentalisten, die islamischen Fundamentalisten und die evangelikalen christlichen Fundamentalisten, auf der ganzen Welt, die haben ein gemeinsames Ziel. Die reden da vielleicht nicht darüber – vielleicht tun sie es sogar, aber es ist in ihren Büchern nachzulesen: Sie arbeiten auf Armageddon hin, sie arbeiten auf die große letzte Schlacht hin – erklärtermaßen. Und sie wissen sogar, wo sie stattfindet: in Jerusalem, auf dem Boden des heiligen Landes. Es gibt manchmal Momente, da denke ich, sie kommen gut voran.

Wenn man sieht, wie die Fundamentalisten und die Militaristen auf palästinensischer und israelischer Seite sich gegenseitig in die Hand spielen, wie die Falken auf beiden Seite sich Futter geben, die müssten die radikale Gegenseite erfinden, wenn es sie nicht gäbe. Was wären die Orthodoxen, was wären die militanten Siedler, was wäre Netanjahu, wenn es keine militanten Palästinenser gäbe? Die brauchen die geradezu. Und die brauchen wieder solche Juden. Großartige Sache. Und Ahmadinedschad findet die Idee übrigens toll, mit dem Armageddon – habe ich mal irgendwo gelesen. So. Noch Fragen? (Georg Schramm, deutscher Gesellschaftkritiker und Freigeist, Dezember 2011)

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