Israel richtig kritisieren lernen in nur zwei Wochen!

Wer Israel heute noch nicht richtig kritisieren kann, bekommt Gelegenheit. In den nächsten Tagen werden in München absolut neuartige Veranstaltungen und Seminare angeboten, heißes Material zu eben dem Lande, das man bisher nie öffentlich kritisieren durfte. Ein Ausblick auf das Kommende:


Hatte gut Lachen, weil er in Israelkritik firm war: der Hamas Gründer Ahmad Yasin

Die Fachveranstaltung „Filmemachen zwischen Tabu und Aufbruch“ im Rahmen des Münchner Filmfests am Samstag, den 07. Juli, bildet die Auftaktveranstaltung mit dem Dokumentarfilm „Knowledge is the beginning“ über Daniel Barenboim. Barenboim dirigierte knapp 20 Jahre bei den Bayreuther Feststpielen mit. Woody Allen sagte im Film „Manhatten Murder“ einmal: „Immer, wenn ich Wagner höre, überkommt mich das Bedürfnis, Polen zu überfallen.“ Hitler schreibt in „Mein Kampf“ tatsächlich, erst Richard Wagner habe ihn, Hitler, „entfesselt“. Der Dirigent Barenboim marschierte 2001 mit der Berliner Staatskapelle zwar nicht in Polen, aber immerhin in Israel ein und führte einen Opernteil von Richard Wagner auf, weshalb Barenboim in Israel sehr umstritten ist. 2005 zog es ihn mit einem neuen Orchester weiter nach Ramallah. 2008 erhielt er den Dresden-Preis für seinen „Einsatz für das palästinensische Volk.“ Der Dresden-Preis wird jährlich am „Jahrestag der Zerstörung Dresdens“ verliehen.

Lektion 1: Kein Feind sein, trotz „Israel-Lobby“
Am Nachmittag des 07. Juli folgt auf dem Münchner Filmfest das Werk „Defamation“ von Yoav Shamir. Die 2009 erschienene Dokumentation beweist unter Hinzunahme von Humorelementen, dass Antisemitismus kaum mehr existiert, es sich dabei mehrheitlich um einen Vorwurf zur Schärfung einer „politischen Waffe“ handeln muss, die sogar zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung heranzureifen droht, Jüdinnen und Juden tendenziell selbst Schuld an dem sind, was nicht existiert. Erinnerungen an die Shoa sind eine Überbetonung der Vergangenheit, ein Totenkult, der zur fanatischen Indoktrination ausartet. Dabei kommen Norman Finkelstein („Die Holocaust-Industrie“) sowie Mearsheimer und Walt („Die Israel-Lobby“) zu Wort, deren Werke zwar auch in rechtsradikalen Kreisen Hochkonjunktur haben, aber niemand hat behauptet, dass ein ordentlicher Tabubruch einfach ist.

Am Sonntag, den 08. Juli, wird der Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde gezeigt („Terra Media“). Die Münchner Filmproduktion „Terra Media“ befasst sich seit einigen Jahren mit Israel und ist dementsprechend eingearbeitet. Im Herbst 2012 wird der Film „Wo geht’s bitte nach Palästina?“ Premiere feiern. Zuvor produzierte „Terra Media“ u.a. die Streifen „Auf der Suche nach Frieden“, „Zwischen HipHop und Kalaschnikow“ und „Eines Tages werden wir zurückkehren“. Das Schlussgebet zum israelkritischen Seminar des Münchner Filmfests sprich „Filmpfarrer“ Eckart Bruchner, der auch die Gesamtleitung der Veranstaltung übernimmt und segnet. Als Veranstalterinnen treten darüber hinaus die Interfilm-Akademie in Zusammenarbeit mit den Landesmediendiensten Bayern und der Evangelischen Stadtakademie München auf.

Lektion 2: Verlorene Liebschaften und standhafte Mütter
Am Montag, den 09. Juli, liest Linda Benedikt aus ihrem Buch „Israel, a love that was: Die Geschichte einer Entzauberung“ vor. Die Autorin pendelt dabei „zwischen der luftigen Leichtigkeit Westjerusalems und der bleiernen Schwere der besetzten Gebiete“, kündigt die Einladung des Club Voltaires an. Der Club Voltaire bot Ende letzten Jahres dem Gaddafi-Bewunderer Fulvio Grimaldi ein Podium. Ebenfalls zu Gast war schon der Querfrontstratege Jürgen Elsässer. In ihrem Buch beschreibt Benedikt einer glaubwürdigen Rezension nach, warum ihre Liebe zu Israel verloren ging und sich in einen „unerträglichen bohrenden Schmerz“ verwandelte (von Hass wird nicht gesprochen).

Am Dienstag, den 10. Juli, gewähren die sogenannten „Palästina Tage“ im Münchner Gasteig weitere Einblicke ins Innenleben der Angelegenheit. Im Zentrum der „Palästina Tage“ steht 2012 laut Programm die „Standhaftigkeit“ der Palästinenserin an sich, Sumud, womit die palästinensische Frau die „zentrale Qualität des Widerstandes“ verkörpert. Im ersten Vortrag am 10. Juli („Frauen unter Besatzung“) wird Amal Krieshe beschreiben, wie seit der „Nakba“ (1948) die „traditionellen Aufgaben“ der arabischen Frau, die „Sorge für Familie und sozialen Zusammenhalt“, an Bedeutung zugenommen haben und sich andere „Aufgaben“ addierten, wie z.B. die „Beteiligung am Widerstand“. Diese Aufgabenanhäufung erzeugt in der patriarchalischen Gesellschaft nämlich „Probleme“, die von der „israelischen Besatzungsmacht“ gnadenlos „instrumentalisiert“ werden. Am Donnerstag, den 12. Juli, referiert im Gasteig Haneen Zoabi, die Israel in einem Palästina aufgelöst sehen möchte und sagt, die Deutschen werden „von Israel mit dem Holocaust erpreßt“.

Lektion 3: The good, the bad and the ugly
Am Freitagmittag des 13. Julis haben Münchnerinnen und Münchner wieder die Gelegenheit, die notorische Mahnwache der „Frauen in Schwarz“ am Rotkreuzplatz zu besuchen, um für ein „Ende der Besatzung“ und „für gerechten Frieden im Nahen Osten“ einzutreten. Die Veranstalterin Christa Ortmann weiß auch Anworten darauf zu geben, warum „Juden und Israelis es nötig [haben], immer und überall Antisemitismus zu wittern.“ Zur Abrundung des Tages wird am Abend des 13. Julis im Münchner Gasteig der Film „Budrus“ vorgeführt, der friedliche Demonstrationen zeigt, da „noch immer viel zu viel vages Gerede über die Militanz und Gewaltbereitschaft der Palästinenser“ herrscht, erklärt die Produzentin Julia Bacha. Die „Palästina Tage“ sind eine Veranstaltung des „Palästina Komitees“ und der „Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe“ in Kooperation mit der Petra Kelly Stiftung mit freundlicher Unterstützung der Münchner Stadtbibliothek, gefördert durch das Kulturreferat München. Die Vorträge „Die Madres von Tulkarem“ am Dienstag, den 17. Juli, und „Eine Frau in Gaza“ am Donnerstag, den 19. Juli, wird der aufmerksame Gast der vorangegangenen Veranstaltungen wohl nicht mehr benötigen, um sich einen gereiften Eindruck von Israel zu machen.

Sie sollten bis dahin bereits gelernt haben: Die Israelis und ihre jüdischen Vertretungen im Ausland betreiben einen Totenkult mit dem Holocaust und halten insbesondere die Deutschen damit fest im Griff, um vor den Augen der Weltöffentlichkeit ihre Schreckensherrschaft über die palästinensischen Araber auszuüben, wovon jeder mit jedem jemals existierenden Olivenbaum in Ex-Palästina eine transzendale Beziehung pflegt. Selbst die (Deutschen), die Israel einst geliebt haben, fühlen deswegen schon einen bohrenden Schmerz. Da ist den Israelis nicht einmal mehr mit Richard Wagner sondern nur mit dem Kampf standhafter Araberinnen beizukommen, die Familie und friedfertige Widerstandsaufgaben geschickt unter ein Kopftuch bringen.