Archiv für September 2012

Schlamassel Muc mit angezogener Handbremse

Regelmäßige Gäste dieses Blogs sollten sich einen Facebook- oder Twitteraccount zulegen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Erst im Frühling nächsten Jahres wird die Beitragfrequenz die alte sein, sodass sich ein regelmäßiger Besuch wieder lohnt. Bis dahin ist nur mit zirka einem Beitrag im Monat zu rechnen.

Aufgrund journalistischer Verpflichtungen wird es um diesen Blog ruhiger werden. Das heißt freilich nicht, dass der Antisemitismus in München abnimmt. Im Gegenteil: Herbst feiert dieser in München traditionell Triebabfuhr und wir bedauern, diese Bemühungen nicht begleiten zu können. In der Pipeline ist ein Beitrag über eine skurrile Gerichtsverhandlung aus dem Jahre 1998, als sich Mitglieder der Jungen Union München Antisemitismus vorwarfen. Schlamassel Muc liegen Gerichtsprotokolle vor, ein Beitrag dazu wird in den nächsten Tagen erscheinen. Wer seine tägliche Dosis nicht missen möchte, dem sei das Blog-Aggregat Planet Dissi empfohlen. Schlamassel Muc wird bisweilen etwas zurücktreten. Hinweise auf aktuelle Vorgänge sind umso mehr willkommen.

Reise-Empfehlung 2013: Fußball-EM in Israel

Die Aufrufe zum Boykott von Produkten aus dem Judenstaat werden immer lauter. Die Friedensbewegung übt sich im Nachplappern iranischer Machtinteressen. Austräger der U21-EM 2013 wird Israel sein. Also nichts wie hin!


London, Juni 2012: Antisemiten demonstrieren gegen die U21-EM in Israel

Sportlerinnen und Sportler aus Israel werden diskriminiert, weil sie für den jüdischen Staat antreten. Schon zur Arbeiterolympiade in Wien 1931 reisten die jüdischen Athleten weither an, aber nahmen aus bislang ungeklärten Gründen nicht an den Turnieren teil (bis auf die Fußballer). Oft lassen die internationalen Sport-Institutionen gegenüber Antisemitismus Milde walten. Die Verantwortlichen der Olympiade errichteten in London 2012 eigens eine Trennwand, weil sich libanesische Judoka weigerten, neben Israelis zu trainieren. Verachtung in diesem Ausmaß erfahren Sportive aus anderen Ländern bei weitem nicht. Der FC Bayern leistete sich ein verfehltes Entgegenkommen im Jahre 2004, als er eine Verletzung vorgab, damit der iranische Stürmer Hashemian von einem Championleage-Spiel in Tel Aviv entbunden war.

Die kommende U21-EM 2013 könnte interessant werden. Im Januar 2011 bestimmte das UEFA-Exektivkomitee Israel als Ausrichter. Der UEFA-Präsident, Michael Platini, bestätigte: „Obwohl ein gewisser Druck auf uns ausgeübt wird, wird die europäische U21-Meisterschaft 2013 in der Tat in Israel stattfinden.“ Prompt trat ein ehemaliger „palästinensischer Nationalspieler“ in den Hungerstreik. Noch dreißig Kilo wiege er, berichtete alarmiert die internationale Profifußballer-Gewerkschaft (FIFPro) – von der man ansonsten wenig hört. In England sprießen bereits die „Mahnwachen“ aus dem Boden. Bald wird die Münchner Friedensbewegung das Thema für sich entdecken.

München wehrt sich – gegen Iran-Sanktionen
In München ist man derzeit noch mit vereinten Kräften bemüht, die Sanktionen gegen die Iran zu unterwandern. Die Hypo-Vereinsbank hat der FAZ zufolge „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ gegen Sanktionsregeln verstoßen und eine Exportfinanzierung in den Iran geleistet. Ein Münchner Gericht legitimierte dieses Jahr den iranischen Propganda-Sender „Press TV“. Auch im weiteren Verfahren sieht es bislang gut für den Sender aus. Die verherrlichende Ausstellung „Ein Blick Iran – betrachten, lauschen, fühlen, Iran erleben“ im katholischen Pfarramt St. Maximilian endete vor zirka drei Wochen. Ausgesprochen wohlwollend berichtete die Süddeutsche Zeitung darüber. Die Friedensbewegung hat ihren militärisch anklingenden „Münchner Appell“ nun umbenannt in „Münchner Aufruf“. Die dazugehörige Internetseite, „Kein Krieg gegen Iran“, deren Breite an Unterstützenden von Linkspartei bis zum antizionistischen Verein „Salam Shalom“ reicht, soll von „Hackern“ zeitweise stillgelegt worden sein, beklagten die Macher.