Veranstaltungshinweis: Der Film „Playoff“

Am Samstag, dem 15. Dezember, wird „Playoff“ in München gezeigt. Der israelisch-deutsch-französische Film ist angeblich eine Allegorie. Basketball werde benutzt, um eine proisraelische Botschaft zu transportieren, meint ein Kritiker. Das klingt interessant.

Aufgrund einer neuen Kooperation zwischen dem israelischen Generalkonsulat in München und der Plattform der Filmwirtschaft „Moviecom518″ stehen dieses Jahr im Rahmen der „Munich.Cineman.Celebration“ auch israelische Filme auf dem Programm. „Das ist der erste Schritt für ein israelisch-bayerisches Filmfest“, meldet das Generalkonsulat. Empfehlenswert scheint der Film „Playoff“ des israelischen Regisseurs Eran Riklis.

Der Film erzählt die Geschichte des legendären Basketball Trainers Max Stoller, der Ende der 1970-iger durch den Gewinn der Europäischen Meisterschaft mit Maccabi Tel Aviv zum Nationalhelden wurde. Ebenso schnell geriet er jedoch auch zum nationalen Verräter, als er entgegen allen Erwartungen die Aufgabe übernahm, die absolut hoffnungslose Westdeutsche Nationalmannschaft in Olympiaform zu bringen. Und dies trotz des öffentlichen Aufschreis in Israel, und gegen den Willen seiner Mutter, die sein Verhalten als eine Art Verrat empfand. Max selbst behauptet, Deutschland – wo er vor dem Krieg geboren wurde und wo sein Vater von der Gestapo verschleppt wurde – bedeute ihm nichts und das Training der Nationalmannschaft sei nichts als ein weiterer Schritt auf dem Weg zu Basketball-Ruhm. Aber so einfach sind die Dinge nicht. In Deutschland lernt er die türkische Immigrantin Deniz und ihre Tochter, einen vorlauten Teenager kennen, und die beiden sind die einzigen Menschen, denen er noch trauen kann, auch wenn die Beziehung, die sich zwischen den dreien entwickelt, schwierig ist. Auch die Arbeit mit dem deutschen Team ist nicht einfach, doch trotz des Widerstands der Spieler gelingt es ihm, die deutsche Mannschaft neu zu definieren. Als er mehr und mehr hinter alte Familiengeheimnisse kommt, muss er erkennen, dass sein Leben bisher auf Betrug und Lügen basierte. Und dass man nicht für immer vor seiner Vergangenheit und seine Dämonen davonlaufen kann. Sich endlich der Vergangenheit zu stellen wird für ihn zum Inbegriff des persönlichen Sieges.

Laut einer Rezension auf IMDb ist der Film „Playoff“ als Allegorie zu sehen. Basketball werde benutzt, um eine proisraelische Botschaft zu transportieren, so der Kritiker. „Die Filmcharaktere sollte man nicht als verschiedene Personen begreifen, sondern als unterschiedliche Nationen und nicht-staatliche Organisationen.“ Ein anscheinend proisraelischer Film, das ist interessant. Denn Filme, die eine israelische Sichtweise näher bringen, sind eher selten. Antiisraelische Filme laufen hingegen massenweise vom Band und schaffen es auch in die dicken Kinos, wie beispielsweise der antisemitische Streifen „Tal der Wölfe, der letztes Jahr im Mathäser-Kino vorgeführt wurde.

Auch in München gibt es eine Produktion, die sich auf die Dämonisierung Israels spezialisiert hat. „Terra Media“ von Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zeigte dieses Jahr mehrmals den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ und tingelt damit auch durch die deutschen Schulen. Vor wenigen Wochen feierte ihr Film „Wo geht’s bitte nach Palästina?“ Premiere. Zuvor produzierte „Terra Media“ u. a. die Streifen „Auf der Suche nach Frieden“, „Zwischen HipHop und Kalaschnikow“ und „Eines Tages werden wir zurückkehren“.

Am Tag vor der Vorführung von „Playoff“ findet im Saal „Odeon“ des HVB Forums eine Podiumsdiskussion über israelische Filme im deutschsprachigen Kino statt. Als Diskutanten werden u. a. Sophie von Kleist und Nils Dünker erwartet.

„Playoff“ | 15.Dezember 19:00h | MC518 Kinolounge | öffentliche Vorführung, Karten verfügbar