München: Jüdische Organisationen fordern: „Bring Back Our Boys!“

Die Entführung der drei israelischen Teenager durch die Hamas entfachte eine weltweite Solidaritätsbewegung. Ob auf den Fidschi-Inseln, in Australien, auf dem Times Square oder in Russland – überall halten Menschen Plakate mit der gleichen Botschaft: #BringBackOurBoys. So auch in München.

Dutzende Unterstützterinnen und Unterstützer hatten sich am Dienstag in der Münchner Innenstadt versammelt, um ihre Solidarität mit den entführten Israelis Gilad (16), Naftali (16) und Eyal (19) zu bekräftigen. Unter anderem hatte die Europäische Janusz Korczak Akademie, die Zionistische Organisation München, der Verband jüdischer Studenten in Bayern sowie der Landesverband der Israelititschen Kultusgemeinden dazu aufgerufen.

„Wir möchten mit dieser Veranstaltung ein Zeichen der Solidarität mit den Familien von Gilad, Naftali und Eyal setzen“, erklärte am Abend der Direktor der in München ansässigen Europäischen Janusz Korczak Akademie, Stanislav Skibinski: „Kein Kind sollte mit der ständigen Angst vor Terrorismus leben müssen. Wir fordern daher jetzt die sofortige Freilassung der drei entführten Jugendlichen.“

Candy vom Killer
Am 12. Juni kehrten die drei Schüler nicht mehr zu ihren Familien zurück. Sie befanden sich auf dem Heimweg von ihrer jüdischen Schule in Kfar Etzion, 20 Kilometer südlich von Jerusalem, als sie verschleppt wurden. Seitdem fehlt jede Spur. Die radikalislamische Terrororganisation Hamas steht im Verdacht, hinter der Entführung zu stecken. Wie schon im Falle des entführten Soldaten Gilad Shalit wurde auch diese Entführung in den palästinensischen Gebieten wie ein Volksfest gefeiert. Angehörige palästinensischer Häftlinge verteilten nach der Entführung der drei israelischen Jugendlichen auf den Straßen von Gaza Süßigkeiten.

Fatah veröffentlicht zur Feier antisemitische Karikatur
Zusätzlich wird die Entführung mit Karikaturen und Bildern kommentiert. Auf der Facebook-Seite der Fatah erschien eine Karikatur, die drei Entführungsopfer waren darauf als Ratten an einer Angel baumelnd dargestellt – die Ratten durch Kippa und Davidsterne eindeutig als Juden gekennzeichnet. Die Bildüberschrift: „Meisterstück.“

Zum Abschluss der Plakataktion in der Theatinerstraße wurden noch Psalmen verlesen. Der amtierende Gemeinderabbiner Dr. Levinger sagte in einer bewegenden Ansprache: „Wir wollen Frieden. Und wir sollen Frieden haben. Und wir werden Frieden haben.“ Das wäre wirklich zu wünschen. Eine weitere Protestaktion gegen die Entführung ist am Freitag um 14 Uhr am Isartor geplant.