Tag-Archiv für 'markt-schwaben'

Christliche Judenliebe

Bei der Debatte um israelbezogenen Antisemitismus wird häufig ausgespart, dass es auch christliche Institutionen gibt, die seit Jahren gegen Israel hetzen.

Sonntagsblatt – Evangelische Wochenzeitung für Bayern, Ausgabe Nr. 30, 27. Juli.

Das evangelische Sonntagsblatt zeigte kürzlich eine Karikatur, wie sie in christlichen Zeitschriften derzeit häufiger aufschlagen. Die Münchner Redaktion des Sonntagsblattes platzierte neben Artikeln mit Gesundheitstipps und einem flammenden Appell gegen die „Gier“ eine Messerwurf-Szene: Eine als Palästinenser gekennzeichnete Person ist an eine Scheibe gefesselt. Ein israelischer Militär mit Wurfmessern gibt den in dieser Situation unmöglichen Rat, der arme Tropf bringe sich in Sicherheit.

Diese Karikatur ist von einer herausstechenden Gemeinheit; nicht nur das Setting, auch die Auslassungen. Wo ist der Palästinenser mit Hamas Abzeichen, der sich hinter der Scheibe versteckt? Der mit angespitzten Steinen auf Unbeteiligte in einen zum Davidstern geformten Tribünenabschnitt wirft und schreit: „Der Tag wird kommen, an dem wir jeden einzelnen von euch umbringen!“ Wo ist der Hamas-Vertreter, der den Mann auf der Scheibe jederzeit lösen könnte, doch stattdessen die Fesseln nachzieht? Das wäre immer noch eine dämliche Darstellung, käme aber der Komplexität zumindest einen kleinen Schritt näher.

Pax Christi: Mit Gottes Segen gegen Israel
Die Dämonisierung Israels mittels Auslassungen macht in vielen christlichen Publikationen derzeit die Runde. Zu den lautesten Scharfmachern zählt die katholische Vereinigung Pax Christi. In einer aktuellen Erklärung fordert Pax Christi gemeinsam mit anderen Organisationen: „Schluss mit jeder Rüstungskooperation mit Israel“ und „sofortige Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens“. Um bei der Karikatur zu bleiben: Nehmt dem Israeli die Messer weg! Und freier Zugang zu angespitzten Steinen!

Zwar versteht sich Pax Christi als „internationale katholische Friedensbewegung“, scheint aber keine Berührungsängste mit militanten Gruppen zu haben, wenn das Feindbild stimmt. Bei den letzten antiisraelischen Demonstrationen in München waren zwischen Fahnen der Hamas und Abzeichen türkischer Faschisten immer wieder Fahnen der katholischen Organisation zu sehen. Ebenso wenig störte Pax Christi offenbar, dass der stadtbekannte Islamist al Afghani die antiisraelischen Proteste in München maßgeblich anführte. Al Afghani bezeichnet sich als „Soldat Allahs“ und bemerkt zuversichtlich: „Ein bisschen Teamgeist und die Welt gehört uns!“

Radikalisierung christlicher Gemeinden
Jahrelange Propagandaarbeit von engagierten Geistlichen hat inzwischen dazu geführt, dass ganze Gemeinden zu failed districts geworden sind. Hierzu zählt die Gemeinde Markt Schwaben bei München. Der evangelische Pfarrer Fuchs organisiert in etwa zweijährigem Turnus „Begegnungsfahrten“, um seine Schäfchen auf antiisraelische Linie zu bringen. Die nächste dieser Fahrten soll ab dem 12. Februar 2015 stattfinden. Ein großer Clou ist Fuchs 2012 gelungen. Auf sein Wirken hin zeichnete der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog den Palästinenser Mitri Raheb mit dem Deut­schen Me­di­en­preis aus. Der Beth­le­he­mer Pas­tor ver­brei­te Ras­sis­mus, Hetze und verdrehe theo­lo­gi­sche Leh­ren, be­fand hingegen nicht nur der Je­ru­sa­le­mer His­to­ri­ker Mal­colm Lowe. Jüdische Gemeinden protestierten gegen die Preisverleihung – aber niemand hörte zu.

Süffisantes Lächeln. Pater Reiner Fielenbach auf Propaganda-Tour im Nahen Osten

Ein weiterer failed district ist die bayerische Gemeinde Straubing. Hier wütet seit Jahren der Karmelitenpastor Rainer Fielenbach. In einem aktuellen Beitrag im Straubinger Tagblatt fordert der Vorsteher des ehemaligen Kreuzritterordens, man müsse Israel die „Daumenschrauben anlegen.“ Auch die Straubinger Karmeliten organisieren regelmäßig Propagandafahrten nach Israel, die nächste findet vom 25. August bis zum 04. September 2014 statt. Das Staubinger Tagblatt scheint hinter dem Pastoren zu stehen. Fielenbach wird häufig als Experte in Nahost-Fragen interviewt, da der Verleger Martin Balle offenbar nicht viel anders denkt. In einem aktuellen Leitartikel schreibt Balle im Straubinger Tagblatt: „Wo Kinder schreiend aus Trümmern geborgen werden“, müssten „alle politischen Argumente, die noch für Israel sprechen könnten, verstummen“.

Brisant: Martin Balle übernahm vor wenigen Wochen die Münchner Abendzeitung. Mehr hierzu in Kürze.

„Freiheit für Deutschland und Palästina“

Am 24. Februar will der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog den Bethlehemer Pastor Mitri Raheb mit dem Deutschen Medienpreis auszeichnen. Raheb habe sich für die Verständigung von Christen, Juden und Moslems eingesetzt, heißt es in der Begründung. Zahlreiche jüdische Verbände protestieren. Der Antisemit ist auch in Markt Schwaben bei München bestens bekannt.


Allweihnachtliche Zumutung: die Glasengel der ev. Gemeinde Markt Schwaben

Der palästinensische Pastor Raheb verbreitet Rassismus, Hetze und Verdrehung theologischer Lehren, befand der Jerusalemer Historiker Malcolm Lowe. 2010 soll Raheb geäußert haben, bei einem DNA-Vergleich zwischen König David, Jesus und ihm gäbe es „eine gemeinsame Spur“, während diese beim israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu nicht zu finden sein werde. Daher seien die Palästinenser die wahren Nachfahren des biblischen Volkes Israel während Israel vielmehr den römischen Besatzern entspreche, die Jesus ans Kreuz genagelt hätten, berichtet Ulrich Sahm in der Jüdischen Allgemeinen über die rassistische Befreiungstheologie des Preisträgers in spe. Der Weinheimer Theologe Albrecht Lohrbächer resümiert: „Da wir uns in unserer Arbeit in Israel und auch hier seit Jahren regelmäßig mit falschen Aussagen, mit nationalistischer Theologie (à la Deutsche Christen) und als Folge davon mit der daraus entstandenen Hetze gegen Israel und der systematisch betriebenen Delegitimation Israels durch Mitri Raheb auseinandersetzen (müssen), kann ich dieser Ehrung wegen nur Widerspruch einlegen“, berichtet Sahm Israelnet.

Poltische Inhalte religiös aufgeladen
Die Tätigkeitsfelder von Pastor Raheb sind neben seinem Missionierungsprojekt in Bethlehem, das seinem Selbstverständnis nach Christinnen und Christen zum „Bleiben und zur Rückkehr in ihre (!) Stadt“ ermuntern soll, die evangelische Gemeinde im beschaulichen Markt Schwaben bei München. Schon im Jahre 2005 trug Raheb sich im Beisein des Bürgermeisters in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Regelmäßig werden die Grußbotschaften des Geistlichen in der evangelischen Gemeinde verlesen und pünktlich zu Weihnachten seine „Glasengel“ auf der Website der Kirche beworben. Der Werbetext von Raheb zu den Glasengeln macht bereits einen gefährlichen Dreh deutlich. Raheb versteht es nämlich, politische Botschaften religiös aufzuladen:

„Diese Engel sind aus Glas gemacht und zwar aus Scherben weggeworfener Flaschen und aus Glassplittern von Fenstern, die bei der israelischen Invasion von Bethlehem zerstört wurden. Menschliche Hände suchten sie aus Schutt heraus. Von den Ärmsten der Armen der Bethlehemer Region wurden sie gesammelt […] Die zerbrochenen Glasstücke sind ein Zeichen der Zerbrechlichkeit und der Verwundbarkeit der Welt. Es ist der Grund der Fleischwerdung Gottes.“

Dass ausgerechnet Raheb zur Verständigung zwischen Christen, Juden und Moslems ausgezeichnet werden soll, ist verwunderlich, weil der palästinensische Pastor in der Regel keinen Zweifel bestehen lässt, darüber, dass er das Christentum allen anderen Religionen voran für die moralisch überlegene Religion hält. Nach seinen „Erfahrungen bei der 2. Intifada“ fasste Raheb bei einer Buchvorstellung in Markt Schwaben zusammen: „Was uns als Christen von den Juden und Muslimen unterscheidet, ist das Gebot der Friedensliebe“, ist der Website der christlichen Gemeinde zu entnehmen. Im Rahmen eines Sonntagsgottesdienst in Bethlehem gab der Pastor einer deutschen Reisegruppe außerdem zu verstehen: „Ich hoffe auf einen islamischen Reformator, der unsere Mitmenschen von ihrer Angstreligion befreit.“ (Seite 14)

„Uns [selbst] zu Opfern zu machen, ist zu wenig“ (Raheb)
Rahebs starke Bindung zu Markt Schwaben bei München hat er Pfarrer Karl-Heinz Fuchs zu verdanken, Oberhaupt der evangelischen Gemeinde im Örtchen. Sie beide sind leitende Funktionäre im Förderverein Bethlehem Akademie Dar al-Kalima, einer Einrichtung zur Christianisierung des „künftigen Palästinas“. Neben der Errichtung von religiösen Zentren besteht ihre Hauptaufgabe darin, evangelische Gemeindemitglieder aus Markt Schwaben ins „open-air-Gefängnis Bethlehem“ (Weihnachtsgruß Dar al-Kadlima 2010) zu transportieren und tagelang einer sehr einseitigen Beschallung auszuliefern, um ihre Spendenbereitschaft zu fördern. Nach dem ausgiebigen Pflanzen von Bäumen, Märschen entlang dem israelischen Schutzwall, Predigten von Pastor Raheb und Gesprächen mit Suleiman Abu Dayyeh („Historisch gesehen haben wir kein Problem mit Juden. Wir haben ein Problem mit ihrer Politik“ (Dayyeh, Seite 11) sind die Teilnehmenden dann soweit.

In Tagebüchern und Zeitungsberichten veröffentlichen sie nach ihrer Rückkehr die gesammelten Eindrücke ihrer Reise. Israel betreibe eine „schleichende Vernichtung der Palästinenser“, möchte ein Teilnehmer festgestellt haben (Seite 31). „Es ist kaum zu glauben, wie dreist sich die Israeli in palästinensische Gebiete einschleichen!“ berichtet eine andere Teilnehmerin empört dem Markt Schwabener Falken 2010. Rahel-Roni Hammermann kommt hingegen gut weg, weil: „An Roni Hammermann gefällt mir, dass sie versucht, ihrem jüdischen Volk die Missstände klar zu machen“ (Seite 17).

Randnotiz aus aktuellem Anlass: Wulff
Der Verein „Dar al-Kalima“ und der ehemalige Bundespräsident Wulff sind sich angeblich bekannt. Am 30. November 2010 trafen Funktionäre des Vereins auf Wulff in Bethlehem und liefen mit ihm gemeinsam durch die Markthalle, so geht es zumindest aus den Weihnachtsgrüßen des Vereins 2010 hervor. Die „palästinensische Tourismusministerin“ habe in „formvollendeten Deutsch“ übersetzt. Wulffs Tochter Annalena sprach darüber hinaus angeblich im Begegnungszentrum der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche mit „palästinensischen Fußballerinnen“ über die „Freiheit in Deutschland und Palästina“.

Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, den schon die extrem rechte National Zeitung mit den Worten bedachte, sie könne sich „an der Spitze des höchsten deutschen Gerichts keinen geeigneteren Fachmann als Prof. Herzog“ vorstellen (Konkret), wird voraussichtlich keine Skrupel haben, den „leisen Friedensstifter“ Raheb mit dem „Deutschen Medienpreis“ zu ehren. Das passt zusammen. Betrüblich ist, dass es wieder erst jüdische Gemeinden sein müssen, die Alarm schlagen. Die Verleihung des Preises „wird von allen als eine Ohrfeige empfunden, die sich um einen interreligiösen und interkulturellen Dialog bemühen“ kommentierte beispielsweise die jüdische Gemeinde Baden-Baden die anstehende Laudatio. Von der regionalen Presse in Markt Schwaben wird hingegen seit nahezu einem Jahrzehnt jede Ungeheuerlichkeit unkritisch abgedruckt, die Pastor Raheb und Pfarrer Fuchs verlauten lassen, sei es im Regionalteil der Süddeutschen Zeitung oder im Münchner Merkur.