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Sittlicher Antisemitismus

Die Argumentationsmuster von modernen Antisemiten verändern sich nur langsam. Das legt zumindest ein Blick in die historischen Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus nahe.

Von einer „Auschwitz-Keule“ zu reden, war erst nach Auschwitz möglich. Dennoch bediente sich der Antisemit Heinrich von Treitschke schon zirka sechzig Jahre vor Auschwitz eines ähnlichen Kniffs. Im Rahmen des „Berliner Antisemitismusstreits“ (1879) beklagte er das „umgekehrte Hep-Hep-Geschrei“ in der deutschen Republik, womit Gestalten wie er angeblich „mundtot“ gemacht werden sollten. Die Hep-Hep-Pogrome (benannt nach den Rufen des Mobs) waren antijüdische Massaker im Jahre 1819, die in Deutschland auf die Emancipation folgten.

Auch die Bemühungen, die Vorgänge im Kopf von Antisemitinnen und Antisemiten zu erahnen, führten vor und nach Auschwitz teilweise zu ähnlichen Ergebnissen. Der israelische Psychoanlaytiker Zvi Rex brachte die heute sehr aktuelle Täter-Opfer-Umkehr mit dem prominenten Satz auf den Punkt: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Deutlich vor Auschwitz schon legte Lion Feuchtwanger aber in seinem Roman „Jud Süß“ der Figur Landauer bezüglich der antijüdischen Pogrome in Ravensburg in den Mund: „Aber wenn [er] solches Unrecht getan hat, versteht sich, dass [der Ravensburger] weiter gegen [Juden] gereizt ist, auch nach 300 Jahr.“

Dem Antisemiten sein jüdischer Staat ist schon älter als Israel
Die Gründung Israels hat die Lage vieler Jüdinnen und Juden stark verändert. Doch durch die antisemitische Brille erschienen auch schon vor Israel gewisse Staaten als vermeintlich jüdisch. Zum Beispiel die angeblich „jüdisch-bolschewistische“ Sowjetunion. Die Deutsche Tageszeitung veröffentlichte im Februar 1922 einen Beitrag mit dem Titel „Aus den Leidenstagen der deutschen Wolgakolonien“, der ohne viel Aufwand dem heutigen Antizionismus angepasst (kursiv) werden kann:

„Aber man war wehrlos den (zionistischen) jüdischen Blutfängern ausgeliefert, die unter dem Zeichen des (Davidsterns) Sowjetsterns ihr menschenschändendes Geschäft betrieben. Es ist das einer der Augenblicke der Weltgeschichte, wo Antisemitismus zur sittlichen Pflicht wird. Eine gewisse deutsche Presse aber wusste auch in diesen Tagen nichts anderes zu bringen aus (Israel) Russland als (Meldungen über Raketen aus Gaza) Pogrommeldungen. Der Leser ahnte nicht, dass diese (Raketen) Pogrome nur das natürliche Ventil dumpfer Instinkte waren, die von den (Zionisten selbst) bolschewistischen Machthabern in kluger Voraussicht gefördert wurden als bester Schutz gegen ihr eigenes Treiben.“


Wo Antisemitismus zur sittlichen Pflicht wird

Interessant am Zitat aus der Deutschen Tageszeitung des Jahres 1922 ist auch die Unterscheidung zwischen „sittlichem Antisemitismus“ einerseits und „dumpfen Instinkten“ andererseits – eine Trennung, die Heinrich von Treitschke zu diesem Zeitpunkt bereits vervollkommnet hatte, um sich von „Radau-Antisemiten“ abzugrenzen (1879) und die die linke taz im Jahre 2012 noch weiterentwickeln wird, um ihre Israelkritik vor Günter Grass in Sicherheit zu bringen.

In der ultrakonservativen Norddeutschen Allgemeinen Zeitung erschien 1892 ein Beitrag gegen die Börse – inhaltlich durchaus verwandt mit der heutigen „Occupy-Bewegung“ – dessen Autor die „Empörung des deutschen Volksgemüts“ ebenfalls nicht in einem Topf mit Antisemitismus verrührt sehen wollte:

“Die Lebhaftigkeit der sittlichen Reaktion gegen das Treiben, wie es namentlich an der Börse, in den „Gründungs“-Manipulationen, in einem Teil der Presse und der öffentlichen Vergnügung hervortrat, musste sogar als eine durchaus erfreuliche Erscheinung gelten. Es war eine Empörung des deutschen Volksgemüts, das in seinem Innersten nach Maß und Gerechtigkeit verlangt“ […]
Leider mischten sich der aus so berechtigten Ursprüngen hervorgegangenen Bewegung alsbald Elemente bei, welche auf das Prädikat einer gerechten, humanen und vorurteilsfreien Gesinnung nur sehr bescheidenen Anspruch hatten. Unter dem Einfluss derselben verkehrte sich die sittliche Reaktion gegen vereinzelt hervortretende Untugenden in eine Hetze gegen die Staatsbürger mosaischen Glaubens oder israelitischer Herkunft. […]

Antisemitinnen und Antisemiten gehen ihrer Leidenschaft in der Regel sittlich nach. Selbst Hitler war nicht jeder Antisemitismus recht. In einer Rede im Jahre 1922 polterte er: „Uns ist die Judenfrage nicht Wahlmanöver, wir sehen das als einen unmoralischen Antisemitismus an.“

Veranstaltungshinweis: Ein Märzl für’s Herzl

Wie antisemitisch ist die Occupy-Bewegung? Was könnte die Revolution in Ägypten für Israel bedeuten? Und welche Qualität hatte Antisemitismus im Wien der 20er Jahre? Drei Veranstaltungen vom 14. bis zum 16. März gehen diesen Fragen nach. Eine Empfehlung:


Stadt ohne Juden (1924)

14. März: ‚Volksfeind Banker‘ – Die Occupy-Bewegung zwischen Hass, Neid und Ressentiment
Ein Prozent der Menschheit ist an allem schuld, ein Prozent bereichert sich auf geheimnisvolle Weise an der Arbeit aller anderen, ein Prozent hält die Fäden in der Hand, kontrolliert Regierungen, korrumpiert die Staaten und macht aus gutem Geld böse Kredite, Zinsen und Schulden: Dieses Welterklärungsmuster, auf das die politische Ideologie des Antisemitismus sich schon immer reduziert hat, erhält mehr Zuspruch als je seit dem Zweiten Weltkrieg. Die so genannte “Occupy”-Bewegung, die die 99 Prozent, die unter der Knute der “Schuldknechtschaft” (Jürgen Elsässer), oder wie das früher hieß: “Zinsknechtschaft” (Julius Streicher) leiden, zu vertreten beansprucht, erscheint der politischen und publizistischen Administration respektabel – und das, obwohl der dumpfe Kollektivismus und die eliminatorischen Sehnsüchte dieser Bewegung kaum offensichtlicher sein könnten.

Referent: Alex Feuerherdt (Konkret, Jungle World, Tagesspiegel) | Ort: Kulturfabrik, Theater Halle 7 | Uhrzeit: 19:30 Uhr | Veranstalter: Gruppe Monaco | Eintritt: 3 Euro.

15. März: Buchvorstellung: Krieg oder Frieden – Ägypten, der Nahe Osten und Israel
Der Autor Hamed Abdel-Samad wurde 1972 bei Kairo geboren, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik und arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Er war während des Umsturzes im Frühjahr 2011 in Ägypten und anderen arabischen Staaten. Herr Abdel-Samad analysiert die arabische „Revolution“ und spricht über die Umwälzungsprozesse in der Region. Deutschlandweit bekannt wurde Abdel-Samad unter anderem auch durch den Dreh mit dem Journalisten Henryk M. Broder für die fünfteilige TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“.

Referent: Hamed Abdel-Samad | Ort: Jüdisches Museum München | Uhrzeit: 19:00 Uhr | Veranstalter: DIG München

16. März: Filmvorführung: Die Stadt ohne Juden
Die Stadt ohne Juden ist ein expressionistischer, österreichischer Film aus dem Jahr 1924, der auf dem gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer basiert. Sowohl das Buch als auch der Film von Karl Breslauer wirken heute wie eine Vorahnung auf die Geschehnisse in Europa ab 1933. In der sagenhaften Republik Utopia, Adresse: Ballhausplatz in Wien, herrscht Unruhe. Die Arbeiter gehen auf die Straße, das Geld ist nichts mehr wert, Spekulanten treiben mit ihrer Habsucht die Inflation in die Höhe. In den Wirtshäusern kennen die Menschen schon die Lösung: Hinaus mit den Juden. Bei Vorführungen des Films kam es zu Zwischenfällen mit Nationalsozialisten. Der noch erhaltene Film liefert dem heutigen Publikum einen Einblick in die „Normalität“ des Antisemitismus der 1920er-Jahre. Bereits kurz nach der Premiere wurde der Romanautor Hugo Bettauer von einem NSDAP-Mitglied ermordet.

Ort: Kulturladen Westend | Uhrzeit: 20:00 Uhr |

Außerdem:
Am 09. März wird das Buch „Reemtsma auf der Krim“ über Zwangsarbeit im Reemtsma Konzern in Anwesenheit der Autoren im Gewerschaftshaus vorgestellt. Der Eintritt ist frei. Es veranstalten die Basisbuchhandlung und das DGB-Bildungswerk.

„Mein ganzer Zorn steckt drin“ II

Wenn sich der millionenschwere Gesamtstammtisch vor die Geräte schart, um ein Destillat Dummheit „aus der Anstalt“ einzunehmen, wenn die vox populi aka Urban Priol oder Erwin Pelzig ihre Fernsehpredigten halten und die Massen ihr dumpfes Haha darauf geben, ihre als Lust getarnten Gehässigkeitsgesten kollektivbrüllen, dann wird so ein Fernsehabend in Deutschland gemeinhin als Begegnung mit mutigen Kabarettisten verstanden. Die Message der Volkstribune ist dabei nicht erst seit dem Scheibenwischer die immergleiche: „Die da oben“ führen den kleinen Mann von der Straße – also den auf dem Fernsehsessel – am Geldbeutel herum und lassen aus Bosheit Kinderleichtes kompliziert erscheinen. Eine der beliebtesten Figuren im deutschen Satire-Zirkus, einer, der das allgemeine Bedürfnis nach Ressentiment mit herausragender Halsschlagader versinnbildlicht, ist der terrible Simplificateur Georg Schramm. Das vermeintlich Alter Ego Lothar Dombrowski, die Karikatur eines preußischen Generals, turnt – den Lederhandschuh immer stramm am Bauchgefühl führend – den deutschen Spießer vor. Aber anders als Gerhard Polt, der sich zumindest die Mühe macht, den bayerischen Dimpfel gegen den Dimpfel selbst zu wenden, poltert Schramm uppig eigene Gesinnung, die sich ansonsten nur in Netz-Kloaken wie Infokrieg Bahn bricht.

Eine Opposition am Abgrund
Einen Beleg für den abgestürzten Geisteszustand der Opposition in Deutschland lieferte diese Tage Twitter, als Mitglieder der Piratenpartei nach dem Rücktritt des letzten Bundespräsidenten den Schramm am selben Tag dermaßen zur neuen Einheitskartoffel ausriefen, dass #Schramm zeitweise auf Platz vier der Twitter Tweets rangierte und sich Teile der Linkspartei nicht entblödeten, dasselbe zu fordern. Einen Platz in den Herzen der Freigeister sicherte sich Schramm wohl nicht zuletzt mit seiner Brandrede gegen Zinsknechtschaft und Geldverleiher bei einer Veranstaltung der „99 Prozent“ im Frankfurter Bankenviertel. Angestachelt vom bereits erwähnten kalten Haha des bürgerlichen Subjekts wünschte Schramm den Bankangestellten erst das „Arbeitslager“ (Minute 9:20), dann konkret den Selbstmord (Minute 11:50) und schlussendlich den Henker (Minute 12:50) an den Hals („Ich bin Kabarettist, ich darf das“). Warm erinnerte sich Schramm hingegen an eine Zeit, als „Päpste noch nicht mit der Macht liiert“ gewesen seien und „gegen den Zinswucher gepredigt haben.“

Rehabilitation alter Kampfbegriffe
Totgeglaubter Nazijargon wie „Zinsknechtschaft“ (Minute 0:40) und „Hochfinanz“ (Minute 15:10) geht Schramm leicht über seine preußischen Generalslippen, findet mittels vermeintlicher Satire somit wieder Eingang in Fernsehzimmer, Massenveranstaltungen und Tischgespräche. Dass Schramm – wenn nicht gar ein Anhänger von Gottfried Feder („Deutscher Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft“) – mindestens ein Anhänger der wahnsinnigen gesellschen Freiwirtschaftslehre ist, gab er bereits kund. Kürzlich stiftete der vielgerühmte Klartext-Redner den schweizer Verschwörungsopfern von „We are change“ ein Interview und weissagte angebliche Pläne der „Orthodoxen“ und der „militanten Siedler“ und des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu überhaupt. Sie kommen gut voran, die „Falken auf beiden Seiten“, deren „erklärtes Ziel“ Armageddon sei, die letzte Schlacht in Jerusalem, so Schramm. In einer vergangenen Sendung tönte er noch ganz anders, da bewegte sich sein ebenfalls halluzinierter Masterplan für den Nahen Osten noch einzig im Kontext des „Endkampfes um das eurasische [Öl]Becken.“ Keine Phantasie scheint zu abwegig, um das Offensichtliche umzulügen. In selbiger Sendung wiederholte Schramm auch die fäkal reproduzierte Falschmeldung der Politsekte „Arbeiterfotographie“, wonach die Vernichtungsdrohungen Ahmadineschads in Richtung Israel nur Übersetzungsfehler seien (Minute 1:00).

Die Angreifer sitzen in Jerusalem und Manhattan
Mitverantwortliche des Weltuntergangs sitzen also in Jerusalem, aber wie man weiß, sind die Feinde der kleinbürgerlichen Freiheit nicht nur dort, sondern seit jeher global – vor allem in den USA, konkret in New York – unterwegs . Und deshalb verortet auch Schrammchen, der ohne diesen Dienst an der Volksseele vermutlich deutlich weniger gefeiert wäre, die „Angreifer“ beim „Treffen in Manhattan“ im „Dauerabnutzungskrieg gegen Euroland“ um „faule Kredite in die Länder“ einzuschleusen. Ein schöner Bundespräsident wäre Schramm also schon, ein passender zumindest, weil er ein Wutbürger ersten Ranges ist, einer, der gerne hasst, wenig weiß und zu allem eine Meinung hat – wie sein Publikum.

Weiterführendes:
Die Qual der Wahl

Aufmarsch der schnauzbärtigen Watschngsichter

Unter dem Motto „Wir sind die 99 Prozent“ trafen sich am Sonntag zirka 300 stadtbekannte Spinner auf dem Münchner Marienplatz, um gemeinsam in der Luft herumzufuchteln. Vom Otto-Normal-Wahnsinnigen bis zur religiösen Sekte war so ziemlich alles vertreten.


Echte Wutbürger auf der Dezemberdemonstration in München

Viele Wochen haben die Netzwerke „Occupy Munich“ und „Echte Demokratie Jetzt!“ auf diese Veranstaltung hinmobilisiert, viel hat es nicht gebracht. Nur zirka 300 Teilnehmende fanden sich am Sonntag in München ein, um gegen „Finanzwillkür, Korruption und Lobbyismus“ ihr Zeichen zu setzen. Bei der Benennung des Problems herrschte die gewohnte Einigkeit: „Keine Macht den Geldsäcken“ forderte ein Teilnehmer auf einem Schild; „Schuldgeld mit Zinseszins ist der Henker der Freiheit“ stand auf der Rückseite. Von der „Gier“ der Banker war zu lesen, von korrupten Beamten und von Wahlen, bei denen die Menschen nur zwischen „ihren Schlächtern“ zu entscheiden hätten. So einig man sich bei der Feindbild-Bestimmung war, so unterschiedlich fielen die Visionen aus. Während ein großes Transparent „Her mit dem schönen Leben“ einforderte, warben die Mitlgieder der Sekte „Gemeinschaft in Klosterzimmern“ beispielsweise mit dem Vorschlag, „wenn jeder einfach hart arbeiten würde, um seine Familie zu versorgen und dabei seinen Nächsten respektierte, bräuchten wir kein kostenaufwendiges soziales Netz, das Menschen in schwierigen Verhältnissen hilft.“ (Anm. der Red. Hallelujah!) Eine Person nannte Tauschringe den Weg aus der (persönlichen) Krise: „Lasst doch die anderen ihr Ding machen, wir machen unseres“, eine andere das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Eine neue Partei müsse her, stand wiederum auf einem Flipchart. Teilnehmende konnten ihre Meinung auf eigens dafür bereit gestellte Flipcharts festhalten.


Wort zum Sonntag: „Tauschringe sind dufte“

Während der durch die Bank dümmlichen Reden gab das Publikum den Vortragenden mit chiffriertem Rumgefuchtel Rückmeldung, offenbar eine Errungenschaft der Bewegung, um ihre Wahnhaftigkeit nicht nur im gesprochenen Wort, sondern auch auf bewegten Bildern festzuhalten. Zahlreiche Teilnehmende verbargen ihre Gesichter zudem hinter Masken, deren Herkunft und Verwendung offizielle Bedeutungen haben mögen, mir schienen diese Masken zuvörderst das Bedürfnis der Einzelnen auszudrücken, ihre Identität in einer Masse zu verlieren, sich als selbstbestimmte Wesen auszulöschen. Dass man hierfür ein schnauzbärtiges Watschngsicht gewählt hat, lässt ebenfalls viel Raum für Interpretation, die allerdings vom Autoren auf die Schnelle nicht geleistet werden kann und vermutlich ehedem schon hinreichend geleistet worden ist. Freilich hing auch viel deutsches Wir-Gefühl in der Luft, beispielsweise bei Ansprachen gegen US-amerikansiche Rating-Agenturen oder gegen die „EUrokraten in Brüssel“. Ein Mann, der sich einen „echten Patrioten“ nannte, bot an, dem Staat 99 Prozent seines Vermögens zu spenden, wenn er dafür „die Fresse vom Ackermann nicht mehr sehen müsse.“


In den Fussstapfen Pofallas: Kann die „Fresse vom Ackermann“ nicht mehr sehen.


Deppenpolonaise


Parolen für die Mülltonne


Gespannt auf die „Neue Ärä“ wartet Schlamassel Muc

Georg Schramm: „Mein ganzer Zorn steckt drin“

Nach seinem Ausfall im März dieses Jahres, als Georg Schramm bei einer Veranstaltung zu „Stuttgart 21″ über Juden sprach, ohne sie zu nennen, ist der Kabarettist heute bei der Occupy-Bewegung und einer Anthroposophenbank angekommen. Der Verfall des deutschen Publikumslieblings in einem 25-minütigen Interview:

Interview hier ansehen

Kostprobe: Georg Schramm erklärt den Nahost-Konflikt

Es ist keine Theorie, es gibt in den USA eine sehr weit verbreitete Strömung bei den Evangelikalen, also praktisch die christilichen radikalen Fundamentalisten, nämlich, die orthodoxen jüdischen Fundamentalisten, die islamischen Fundamentalisten und die evangelikalen christlichen Fundamentalisten, auf der ganzen Welt, die haben ein gemeinsames Ziel. Die reden da vielleicht nicht darüber – vielleicht tun sie es sogar, aber es ist in ihren Büchern nachzulesen: Sie arbeiten auf Armageddon hin, sie arbeiten auf die große letzte Schlacht hin – erklärtermaßen. Und sie wissen sogar, wo sie stattfindet: in Jerusalem, auf dem Boden des heiligen Landes. Es gibt manchmal Momente, da denke ich, sie kommen gut voran.

Wenn man sieht, wie die Fundamentalisten und die Militaristen auf palästinensischer und israelischer Seite sich gegenseitig in die Hand spielen, wie die Falken auf beiden Seite sich Futter geben, die müssten die radikale Gegenseite erfinden, wenn es sie nicht gäbe. Was wären die Orthodoxen, was wären die militanten Siedler, was wäre Netanjahu, wenn es keine militanten Palästinenser gäbe? Die brauchen die geradezu. Und die brauchen wieder solche Juden. Großartige Sache. Und Ahmadinedschad findet die Idee übrigens toll, mit dem Armageddon – habe ich mal irgendwo gelesen. So. Noch Fragen? (Georg Schramm, deutscher Gesellschaftkritiker und Freigeist, Dezember 2011)

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