Tag-Archiv für 'veranstaltungshinweise'

Da schau her: Münchner Israeltage 2014

Eine gute Alternative zum WM-Trubel in Brasilien: Die Israeltage laden zu einem kurzweiligen Dialog mit hochkarätigen Vertreterinnen und Vertretern Israels – vom ehemaligen Foto-Chef der IDF bis zum Organisator der Gay Pride Parade in Tel Aviv.

So, 22.06.2014, 19:00 bis 22:00 Uhr

Anders leben und lieben im Nahen Osten: Geschichte, Gegenwart und Perspektive einer sexuellen Revolution

Vor etwa dreißig Jahren erstarkte in Israel die Schwulen- und Lesbenbewegung (Lesbians, Gays, Bisexuals und Transgender, kurz LGBT). Gegen erhebliche Widerstände setzte sie in den Folgejahren ihre Interessen durch.

Heute hat sich Tel Aviv mit seinen vielfältigen Angeboten und Massenevents für Homosexuelle zu einem Dorado der internationalen Szene entwickelt. Doch auch im aufgeschlossenen Israel gibt es noch Hindernisse für Menschen mit nonkonformen sexuellen Identitätskonzepten. Und jenseits der israelischen Grenz- und Sicherheitszäune sehen sich Homosexuelle mit zunehmend fundamentalistischen und radikalen Gesellschaftsordnungen konfrontiert.

Der Vortrag von Adir Steiner und Zoharit Shorek zur Geschichte und Situation der LGBT-Bewegung in Israel wird durch Ausschnitte der Dokumentation „Gay Days“ (2009) veranschaulicht.

Adir Steiner (45) ist Pionier der LGBT- Bewegung in Israel und organisierte unter anderem 1999 die erste offizielle Gay Pride Parade in Tel Aviv und koordiniert diese bis heute.

Zoharit Shorek (37), Geschichtswissenschaftlerin und Archäologin, gründete 2009 in Tel Aviv den Pride Minyan, eine orthodoxe Gebetsgruppe für lesbische Frauen. Darüber hinaus ist sie ein aktives Mitglied von „Bat Kol“, einer Organisation, die für die Rechte religiöser Lesben eintritt.
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Mi, 25.06.14, 19:00 – 22:00 Uhr

Sumo-Ringer im Heiligen Land

„Warum gibt’s in Israel eigentlich keine Sumo-Ringer?“, fragt der 155 Kilo schwere Herzl aus dem israelischen Städtchen Ramle. „Weil es in Israel keine fetten Menschen gibt“, hört er. Herzl selbst ist allerdings mit seiner Körperfülle der lebende Gegenbeweis. Nachdem er seinen Job als Koch verloren hat, fängt er als Tellerwäscher in einem japanischen Restaurant an. Dort lernt er die Welt des Sumo kennen – der Inhaber des Restaurants war früher Sumo-Trainer in Japan und musste außer Landes fliehen, nachdem er Schwierigkeiten mit der japanischen Mafia bekommen hatte. Der Kampfsport öffnet Herzl und seinen drei Oversize-Freunden die Augen für die Vorzüge eines gewichtigen Körpers.

Verführung einer sagenhaften Dokumentation in Anwesenheit des Regisseurs

Moderation: Ronen Steinke, Ressort Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung

Sharon Maimon kommt aus Ramle, dem Ort der Handlung. Er besuchte die „Camera Obscura“ Filmschule in Tel Aviv. Heute arbeitet er als als Regisseur und Drehbuchautor.
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So, 06.07.14, 15:30 – 17:45 Uhr

Israel – auf alle Tage ein jüdischer Staat?

Israel ist als Jüdischer Staat anzuerkennen. So lautet die Forderung der israelischen Regierung. Die überwiegende Mehrheit der israelischen Parteien – von links bis rechts, von religiös bis säkular – unterstützt diese Forderung. Die Fatah-Partei, die hinter der palästinensischen Autonomiebehörde steht, lehnt den Begriff „Jüdischer Staat“ dagegen ab. Aber was ist mit „Jüdischer Staat“ überhaupt gemeint? Ist es ein Staat nach vatikanischem Vorbild – mit israelischen Soldaten anstelle der Schweizer Garde? Sind Torah-Sittenwächter im Stile der islamischen Religionspolizei zu erwarten? Oder sollen Nicht-Juden zukünftig nichts mehr zu sagen haben?

Die Politikwissenschaftlerin und frühere Knesset-Abgeordnete Einat Wilf stellt sich hinter die Forderung der israelischen Regierung. Sie legt dar, warum es im Interesse aller Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan – also auch der Araber – ist, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.

Moderation: Florian Post, Mitglied des Bundestages (SPD)

Einat Wilf (44) ist Politikwissenschaftlerin und war von 2010 bis 2013 Abgeodnete für die Arbeits- sowie die Unabhängigkeitspartei im israelischen Parlament.
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Im Anschluss: 18:00 – 21:00 Uhr

Wie viel Wahrheit ist möglich? Der Nahost-Konflikt zwischen Propaganda, Mythen und Fakten

Nirgendwo wird so erbittert um die Interpretation der Geschichte gefochten, um Mythen, Identität und Moral gerungen wie im Nahen Osten – zwischen Juden und Arabern, zwischen Arabern und Arabern, zwischen Juden und Juden. Die internationalen Medien zeichnen oft ein grotesk verzerrtes Bild der Situation vor Ort. Ein Beispiel ist Jenin, ein Flüchtlingslager im Westjordanland, das 2002 zum Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen wurde. Nach einem Attentat der Hamas in Netanya mit 30 Todesopfern und 140 Verletzten rückte die israelische Armee IDF in Jenin ein. Die israelische Regierung ging davon aus, dass Jenin Terroristen als Basis für viele Anschläge gedient hatte. Teile des Lagers wurden abgerissen, bei Kämpfen kam es zu mindestens 75 Todesopfern unter Soldaten und Bewohnern.

Das Vorgehen der Armee wurde sehr unterschiedlich dargestellt: Arabische Stimmen sprachen von einem „Massaker“. Der Film „Jenin, Jenin“ des arabischen Israelis Mohammed Bakri gab Menschen im Flüchtlingslager eine Stimme, die schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Eine einstweilige Verfügung stoppte den Film in Israel; sie wurde vom Obersten Gerichtshof aber wieder aufgehoben. Die Begründung: Der Umstand, dass ein Film Falschaussagen beinhalte, rechtfertige keine Zensur. Der Film „Jenin, the true story“, von der israelischen Armee auf Drängen der beteiligten Einheit in Auftrag gegeben, lässt dagegen die Soldaten zu Wort kommen. Der Regisseur dieses Films, Michael Yochai, diskutiert anhand der beiden Filme mit dem Publikum über die unterschiedlichen Sichtweisen.

Moderation: Klaus Rimpel, Ressortleiter Politik Münchner tz

Michael Yochai ist Politikwissenschaftler und war zwischen 1993 und 2004 Chef der Film- und Fotoabteilung im Pressesprecher-Stab der israelischen Armee.
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Sa, 12.07.14 16:00 – 18:45 Uhr

Geächtet, vertrieben, verfolgt: Das Schicksal der Christen im Nahen Osten seit 1990

Verbrannte Kirchen in Ägypten, zerstörte christliche Dörfer in Syrien: In der breiten deutschen Öffentlichkeit wird das Schicksal der Christen im Nahen und Mittleren Osten kaum wahrgenommen. Früher wurden Christen als sogenannte „Dhimmis“, als andersgläubige Minderheiten, in der islamischen Gesellschaft geduldet. Heute bröckelt dieser Status mehr und mehr. Seit den 1990er Jahren verlassen immer mehr arabische Christen Jerusalem und die West Bank. Meist sind sie gut ausgebildet und können sich in den Vereinigten Staaten oder in Europa ein neues Leben aufbauen. Die Zurückbleibenden aber haben Mühe, ihre kulturelle Identität zu wahren.

Besonders schwierig ist die Lage der Christen in Syrien. Dort sind zehn Prozent der Bürger Christen. Machthaber Assad ließ Kirchen bauen – was die Christen in den Augen vieler Regimegegner als Helfershelfer des autoritären Machthabers erscheinen lässt. Unter den Rebellen sind viele Befürworter der Scharia, des strengen islamischen Rechtssystems mit drakonischen Strafen für alle, die nicht-islamische Religionen ausüben.

Der evangelische Theologe und Judaist Ulrich Sahm berichtet über die Lage der Christen im Nahen Osten.

Moderation: Daniel Targownik, Dokumentarfilmer, war unter anderem Produktionsleiter des ARD-Studios in Tel Aviv.

Ulrich Sahm (64) studierte evangelische Theologie, Judaistik und Linguistik und arbeitet als Journalist in Jerusalem.
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Im Anschluss: 18:30 – 22:00 Uhr

Israel – Störenfried in Nahost?

Obwohl tausende von Kilometern von uns entfernt, spielt Israel – verglichen mit anderen Ländern – eine große Rolle in unseren Medien. Die quälenden Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern lassen viele Menschen den Kopf über die beteiligten Politiker schütteln. Dabei erscheint Israel oftmals als der Aggressor, als ein bis zu den Zähne bewaffneter Staat, der wehrlose Palästinenser unterdrückt.

Flankiert wird dieses Bild von der Beschreibung eines allmächtigen jüdischen Netzwerks, das Wählerstimmen und Millionen mobilisiert, um Druck auf die Politik auszuüben. Doch wie groß ist der Einßuss jüdischer Organisationen wirklich? Und wird dabei das Gewicht anderer Interessen nicht teilweise ausgeblendet?

Tilman Tarach wirft einen kritischen Blick auf die Rolle Israels im Nahen Osten, auf die Verantwortlichen und auf gängige Klischees in der Berichterstattung.

Moderation: Georg Thanscheidt, Vize-Chefredakteur der Abendzeitung

Der Jurist Tilman Tarach lebt in Berlin und hat sich als Autor des Buches „Der ewige Sündenbock“ einen Namen gemacht. Seine Artikel erschienen unter anderem in „Konkret“, „Jüdische Allgemeine“ und „Jerusalem Post“.
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Veranstaltungsort: Gasteig München, Vortragssaal der Bibliothek, Rosenheimer Straße 5, 81667 München
Eintritt: Je Veranstaltung 10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Eine Veranstaltungsreihe der Initiative Jachad: Zur Förderung des Engagements gegen Antisemitismus
Die Israeltage werden gefördert durch: die Rosa Luxemburg Stiftung Bayern, die Israelitische Kultusgemeinde München und das Kulturreferat der Stadt München
Unterstützt von: Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft München

Termine im Mai: The Good, the Bad and the Ugly

Ob Schulze-Marmeling über den FC Bayern, Karl Pfeifer zu seinem neuen Buch, Alex Gruber über Heidegger oder ein Bündnis gegen homosexuellenfeindliche Schnösel – in den kommenden Tagen und Wochen gibt es interessante Termine. Und die antiisraelischen Knalltüten treffen sich auch – in der Fußgängerzone und im Gewerkschaftshaus.

The Good

06. Mai: Vortrag: „Schrecklicher Verdacht: War Heidegger Antisemit?“ mit Alex Gruber im Salon Irkutsk
Es spricht Alex Gruber (Wien), Redakteur von sans phrase. Zeitschrift für Ideologiekritik und Mitherausgeber des Buches Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft.

10. Mai: Kundgebung gegen Homophobie anlässlich des Marsches der „Besorgten Eltern“
Am 10. Mai ruft der Verband „Besorgte Eltern“ zu einer sogenannten „Demo für alle“ auf. Ganz im Gegenteil zum Namen soll damit in München Hass gegen verschiedene sexuelle Lebensentwürfe geschürt werden. Deshalb findet am selben Tag eine Gegenkundgebung um 13:30 Uhr am Reiterdenkmal am Odeonsplatz statt. Unterstützt wird der Aufruf von einem breiten Bündnis – von Linksjugend bis CSU, von der Israelitistischen Kultusgemeinde bis zum Katholikenrat.

11. Mai: Buchvorstellung: „Einmal Palästina und zurück“ mit Karl Pfeifer im Jüdischen Gemeindezentrum
Am Sonntag, dem 11. Mai, wird der Journalist und Shoa-Überlebende Karl Pfeifer sein neues Buch „Einmal Palästina und zurück – ein jüdischer Lebensweg“ in München vorstellen. Im Buch beschreibt der Autor unter anderem seine Kindheitsjahre in Europa und wie er die Staatsgründung Israels erlebte.

20. Mai: Vortrag: Der FC Bayern und der Antisemitismus – Vom Aufstieg und der Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur
In den Jahren der Weimarer Republik gehörte der FC Bayern zur Avantgarde des deutschen Fußballs. Die „Nazifizierung“ des FC Bayern verlief schleppend und holperig. Mit dem Verfolgten des NS-Regimes an der Spitze, präsentierte sich der Klub nach 1945 den Alliierten und der neuen Stadtregierung als glaubwürdiger und zuverlässiger Partner beim Neuaufbau der Demokratie in Deutschland. Vortrag mit Dietrich Schulze-Marmeling

20. Mai: Legenden, Mythen, Geschichten von Vertreibung im deutschen Erinnern.
Warum wird gerade jetzt das Thema “Vertreibung” wieder aufgerollt? An welche erinnerungspolitischen Debatten wird angeknüpft und wie wird darin die Geschichte der Vertreibung umgedeutet und instrumentalisiert? Welche Interessengruppen benutzen dieses Thema, um die Kriegsschuld Deutschlands und den Holocaust zu relativieren? Vortrag von Eva Hahn im Gewerkschaftshaus.

The Bad and the Ugly

14. Mai: Lesung: „Die ethnische Säuberung Palästinas“ –
Ein antiisraelisches Hörstück von Jürgen Jung („Salam Shalom“) + Beate Himmelstoß (Sprecherin) im „EineWeltHaus“ (EWH). Anlässlich dieser Veranstaltung fand letztes Jahr eine Kundgebung vor dem EWH statt. Jürgen Jung bezeichnete die Kundgebung im Nachgang als „Wolfrudel“.

15. – 17. Mai: Nakba-Ausstellung in der Fußgängerzone
Die von vielen Seiten als antisemitisch bezeichnete „Nakba-Ausstellung“ soll zwischen dem 15. und 17. Mai jeweils von 14 bis 20 Uhr am Richard-Strauß-Brunnen zu sehen sein. Als Veranstalterinnen treten die Palästinensische Landsmannschaft Gemeinde München sowie weitere Organisationen des Palästina „Koordinierungskreises“ auf.

23. Mai: „Keine Hoffnung für Palästina?
Vortrag und Buchvorstellung mit der Hamas-Versteherin Helga Baumgarten im Gewerkschaftshaus. Veranstalter ist der antizionistische Verein „Salam Shalom“.

Veranstaltungshinweis: Alles neu mit Rohani?

Anlässlich der Teilnahme des iranischen Außenministers, Jawad Zarif, an der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz wird Stephan Grigat am Vortag in München sprechen.

Achtung, Raumänderung! Die Veranstaltung findet nicht im LMU-Gebäude, sondern im DGB-Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße 64 statt!

Letzte Bildungschancen 2013!

Eine Unvollendete.

15.10.2013 | Homophobie und Sexismus im Reggae | Patrick Helber, SOOKEE | Feierwerk
16.10.2013 | Ulrich Sahm live – Näheres folgt hier
24.10.2013 | Back in Black – Die Rolle der Orthodoxen in der israelischen Gesellschaft | Dr. Noam Zadoff | Jüdisches Museum
18.11.2013 | Der andere deutsche Blick – Die Beziehungen der DDR zu Israel | Oren Osterer | Gasteig
21.11.2013 | Misere, Protest, Aufstand – Ursachen und Verlauf der sozialen Protestbewegung in Israel | Grisha Alroi-Arloser | Jüdisches Museum
09.01.2014 | Fußball und Fankultur in Israel | Alex Feuerherdt | Jüdisches Museum

Proteste gegen Palästina-Tage angekündigt

AmEchad ruft anlässlich der „Palästina Tage“ im Münchner Kulturzentrum Gasteig zur Kundgebung auf. Insbesondere kritisiert der Münchner Verein den Film „Roadmap to Apartheid“, der laut Programmheft am 20. Juni im Gasteig gezeigt werden soll.


Volle Kanne Apartheid in Jerusalem

Laut Michael Lang, Sprecher von AmEchad, suggeriere der Film eine unzulässige Parallele: „Die Unterstellung, in Israel herrsche ein Apartheidsregime im südafrikanischen Sinne, ist in doppelter Hinsicht ungebührlich. Sie zielt darauf ab, Israel vor den Vereinten Nationen zu delegitimieren, da die Vereinten Nationen Apartheid zurecht als sehr schwerwiegendes Verbrechen ansehen. Außerdem wird damit das unbeschreibliche Leid der Schwarzen in Südafrika bis 1984 in einer inakzeptablen Weise verharmlost und ausgenutzt.“

In Israel gäbe es kein einziges Gesetz, das Staatsangehörige ihrer Hautfarbe nach unterscheide, sagt Lang heute in München: „Menschen jeglicher Hautfarbe und unterschiedlichster Glaubensrichtung gehen in Israel zur Wahl, sitzen im israelischen Parlament, leiten Konzerne und feiern in den selben Nachtclubs zusammen. Prominente aus Kunst, Kultur, Sport und Unterhaltung, unterschiedlichster Couleur und Religion, sind täglich im Fernsehen zu sehen und repräsentieren Israel.“ Der Film relativiere mit der gezogenen Parallele die Apartheid in Südafrika und diffamiere insbesondere jüdische Israelis. Dagegen wolle AmEchad am 20. Juni vor dem Gasteig um 18.30 Uhr protestieren.

Zuvor erteilte der Gasteig AmEchad zwei Absagen. Weder erlaubte das Kulturzentrum das Verteilen von Flyern noch einen Infostand auf dem Gelände, so die Veranstalter. Die Kundgebung muss an den nördlichen Rand ausweichen.

Der Irre mit der Bombe, MAN, Israel im Umbruch und der kurze Weg von Adorno zu Mao – alles an einem Tag

Der kommende Donnerstag hat es in sich. Morgens mobilisiert die Kampagne „Stop the Bomb“ anlässlich der Hauptversammlung von MAN nach München. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft lädt am Frühabend zur Veranstaltung „Israel ist umgezogen“ ins Jüdische Museum ein. Knapp anschließend ist im Kafe Marat zu erfahren, wie die Linke in den 60er und 70er Jahren ebenfalls umzog – von Adorno zu Mao nämlich.

„Stop the Bomb“ wirft MAN die Beteiligung am Bau der iranischen Schiffsflotte vor. Damit würden die Sanktionsbemühungen der Internationalen Gemeinschaft gegen das iranische Regime untergraben, das weiterhin an der Atombombe baue und damit die Staaten der Region und Israel bedroht, so „Stop the Bomb“. Deshalb ruft „Stop the Bomb“ zu Protesten am Donnerstag um 8.30 Uhr vor dem Eingang der ICM Messe München auf, womit ein deutliches Signal bei der Hauptversammlung des bayerischen Motorenbauers gesetzt werden soll.

Ebenfalls am Donnerstag wird Diana Pinto in ihrem Vortrag „Israel ist umgezogen“ die aktuellen Umbrüche innerhalb der israelischen Gesellschaft darstellen. Die in Paris lebende Historikerin und Schriftstellerin machte sich in Gesprächen mit säkularen und orthodoxen, jüdischen und arabischen Israelis auf die Spur der Neuorientierung Israels. Die Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft im Jüdischen Museum in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag und dem Lehrstuhl für Jüdische Geschichte der LMU findet im Rahmen einer neuen Veranstaltungsserie der DIG-München statt: „Innere Widersprüche – Plurale Gesellschaft: Israels Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten“. Damit knüpft die DIG-München an ihre Veranstaltungsserie im Jahre 2011 an: „Ein ‚Gefühl‘, das verbindet: Antisemitismus in einer globalisierten Welt.“

Wer an diesem Donnerstag noch nicht genug hat, kann sich zusammen mit dem Referenten Jens Benicke auf Entdeckungsreise machen und vielleicht einen der vielen Gründe finden, warum es mit der westlichen Linken nur so bergab gehen konnte. In seinem Vortrag „Von Adorno zu Mao – über die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung“ referiert er zum Übergang der „antiautoritären Bewegung“ zu „autoritären Kaderorganisationen, die sämtliche emanzipatorischen Errungenschaften der Revolte in ihr Gegenteil verkehren“. Bei diesem Vortrag besteht in jedem Fall die Gefahr der Überschätzung besagter „Revolte“. Dennoch könnte er ein gelungener Ausklang sein.

Dienstag: Kundgebung vor dem Eine-Welt-Haus

Anlässlich der Veranstaltung „Die ethnische Säuberung Palästinas“ des antizionistischen Vereins „Salam Shalom“ wird am Dienstag vor dem Eine-Welt-Haus demonstriert. Aus dem Ankündigungstext einer frei assoziierten Gruppe aus Münchnerinnen und Münchnern gegen Antisemitismus und Antizionismus:

Seit Jahren wird das Eine-Welt-Haus für Kampagnen gegen Israel und den Zionismus missbraucht. Wir haben uns wiederholt an das Haus und die Veranstalter gewandt und wurden nicht einmal mit einer Antwort bedacht.

Die von diesem Haus und den darin aktiven Organisationen ausgehende Hetze gefährdet die Demokratie. Es ist unerträglich, dass unter dem Motto „Für ein friedliches und solidarisches Miteinander zwischen Menschen aller Kulturen“ Hass gegen Israel und Juden verbreitet wird.

Deshalb werden wir am Dienstag, dem 14. Mai, Flyer verteilen und Transparente halten!
Wir treffen uns vor dem Eine-Welt-Haus, Schwanthalerstraße 80, um 18.30 Uhr.

Mitglieder oder Sympathisanten von Parteien oder Organisationen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihres Geschlechts abwerten, sind auf der Kundgebung unerwünscht.

TV-Tipp: Das zerrissene Leben – Zwischen Heimat und Emigration

Der Dokumentarfilm von Eva König und Michael Krawczyk erinnert an die Vertreibung der jüdischen Mitbürger aus München ab 1933. Die beiden haben in den Vereinigen Staaten, in Großbritannien und Israel Zeitzeugen und deren Nachkommen interviewt.


Der nationalsozialistische „Stürmer“ kommentiert die Zerstörung der ehemaligen Hauptsynagoge 1938.

Bereits im Januar 1933 war es in den Straßen Münchens zu antisemitischen Pogromen gekommen. Mit den gegen die jüdische Bevölkerung gerichteten Boykottaktionen und Berufsverboten institutionalisierten die Nationalsozialisten den Terror in den folgenden Monaten. Ihr von Anfang an erklärtes Ziel: ein „judenfreies“ Deutschland. München als künftige „Hauptstadt der Bewegung“ diente dabei als Blaupause für die Ausgrenzung, die Ausplünderung und die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung; allesamt Vorstufen des ab 1942 systematisch durchgeführten Massenmordes an den europäischen Jüdinnen und Juden.

Eva Königs und Michael Krawczyks Dokumentarfilm „Das zerrissene Leben“ wird am Samstag, dem 26. Januar, erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen sein. Die beiden haben in den Vereinigen Staaten, in Großbritannien und Israel Nachkommen interviewt und mit Zeitzeugen gesprochen, die zwischen 1934 und 1946 München verlassen haben.

Samstag, dem 26. Januar, BR, 22.00 Uhr