Tag-Archiv für 'westend'

Farbanschlag auf Sozialwohnungen

Vom 12. Mai auf den 13. Mai wurden erneut Sozialwohnungen im Westend Ziel eines koordinierten Farbanschlages der Stadt München.

Die Täter beschmierten die Vorderfront zur Westendenstraße Ecke Bergmannstraße großflächig mit Strumstreichhölzern und lodernden Flammen. Zuerst sei noch ein Keltenkreuz und „Sturm“ in großen Lettern zu sehen gewesen, berichtet ein Nachbarn gegenüber Schlamassel Muc. „Wir dachten anfangs, da machen sich Neonazis ans Werk“, sagt er. Doch weit gefehlt. Die Täter wurden vom Verein „Positive Propaganda“ angestiftet. Den ausgegrenzten Menschen mit ihrem „oftmals unterschätzten Potential und Feuer“ widme sich dieses „Mural“, heißt es auf der Website des Vereins leidlich schuldbewusst.

Tatsächlich findet dort an der Wand des Sozialbaus eine Markierung statt, die ohnehin Ausgegrenzte noch weiter ausgrenzt und von der Mehrheitsgesellschaft abhebt. Das Haus – in dem hauptsächlich Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund leben – als brennend zu inszenieren, ist eine weitere Geschmacklosigkeit.

Eine Sanierung im Inneren des Gebäudes wäre schon lange nötig, außerdem bräuchte die Außenfassade einen Anstrich. Aber anstatt das zu leisten, verwendet die Stadt zehntausende Euro für dummdreistes Stadtmarketing auf Kosten der Ausgegrenzten – und das neue Bürgertum im Westend hat auf seinem Weg in den KPMG-Krawattenbunker was zum Gucken. Das ist trauriger Höhepunkt einer bereits länger andauernden Anschlagserie, die auf eine Initiative der Grünen im Stadtrat zurück geht.

Mit klerikal-dadaistischem Ritterscheiß wurde bereits letztes Jahr die Front zur Bergmannstraße des Sozialbaues zugeknallt. Häufig bleiben Passantinnen und Passanten stehen und fotographieren – was die Privatsphäre der Menschen im Hause deutlich beeinträchtigt. An der tiefschwarzen Fassade staut sich im Sommer die Hitze und drückt zu den Fenstern rein. Wer von drinnen raussieht, darf sich auf diesem Präsentierteller wie ein Idiot gerahmt fühlen.

Die Anschlagserie dürfte noch andauern. Laut einer Sitzungsvorlage des Stadtrates sind weitere Markierungen und Übergriffe in Planung.

Westend: Wie ein Viertel vor die Hunde geht

Einzug der Neonazis, Verächtlichmachung der Armen und Vertreibung eines Arztes für Abtreibungen. Neben der Gentrifizierung hat das Westend auch andere Probleme. Rede am Sterbebett eines eigentlich schönen Viertels.

Sowohl die Arbeiterbewegung als auch das Bürgertum zerfällt. Mit der von der jeweiligen Interessenvertretung abgespaltenen Lumpenmasse ist eine Debatte über Humanität nicht zu führen, die will keine Verschiedenheit mehr kennen, sondern allein Deutsche. Das wird nicht nur auf PEGIDA oder AfD-Versammlungen deutlich, zum Greifen nah ist das auch im Westend. „Hier wird deutsch gesprochen – oder boarisch“ hat sich das Wirtspaar der „Westendbar“ an die Türe geheftet. Da im Westend in den meisten Kneipen deutsch gesprochen wird, geht die Nachricht freilich über das Buchstäbliche hinaus. „Zutritt nur für Deutsche“ – das ist die eigentliche Message unter dem bröckeligen Lack. Selbst eine SA-Kneipe hätte sich im Westend vor 1933 nicht derart offen zu senden getraut.

Nazi-Übergriffe und unwidersprochener Antisemitismus
Neonazistische Gruppen flankieren die ungenierte Radikalisierung der Mitte und treten mit neuem Rückenwind gewalttätiger auf als zuvor. Dies belegen die Angriffe auf das alternative Wohnprojekt „Ligsalz8“ sowie auf den Sitz des Kurt-Eisner-Vereins in der Westendstraße 2013. Ende 2014 wurde dann das Büro der Linkspartei in der Schwanthalerstraße Ziel einer Attacke. Ebenfalls mit Unmut registrierten viele, dass sich Teile der 2014 aufgelösten Neonnazi-WG aus Obermenzing in der Westendstraße ansiedeln konnten – namentlich Vanessa Becker und Daniel Thönessen.

Seit Wochen prangt am viel frequentierten Aufzug vor dem Sheraton Hotel am Heimeranplatz ein Davidstern am Galgen. Das Überkleben mit Schlamassel Muc-Aufklebern hatte keine lange Halbwertszeit. Die Aufkleber haben offenbar gestört, die antisemitische Zeichnung ist hingegen bis heute zu sehen. Dafür müssen nicht Neonazis verantwortlich sein, viele Spektren kämen infrage. Das macht das Lagebild des Viertels nicht besser, sondern schlechter.

Davidstern am Galgen am U-Bahn-Lift Heimeranplatz: Kritik am Antisemitismus stört

Der Bezirksausschuss und sein Antira-Flop
Die zuständige politische Instanz für Viertelgestaltung wäre eigentlich der Bezirksausschuss. Doch versammelt sich in diesem niedrigsten aller politischen Gremien bekanntlich nicht die Intelligenzija. Beispielhaft für die fehlenden Analysefähigkeit des Bezirksausschusses ist ein einstimmiges Schreiben, das seit einigen Monaten im Glaskasten vor dem „Bürgerheim“ aushängt. Es ist wohl als ein Willkommensgruß in Richtung 75 minderjähriger Asylsuchender gedacht, die im Parkhotel gelagert werden. Viele Menschen hätten „aus unterschiedlichesten Gründen Angst und Vorbehalte vor fremden Menschen und Kulturen. Das ist menschlich und verständlich“, heißt es Aushang einleitend in abholender Manier.

Abgesehen davon, dass das Problem in der Regel nicht „Vorbehalte vor fremden Menschen und Kulturen“ sondern Rassismus heißt (der nicht verständlich und keinesfalls menschlich ist): Was soll an den Geflüchteten im Parkhotel „fremd“ sein? Im Westend gehören People of Color seit Jahrzehnten zum Straßenbild, wachsen zusammen mit Weißen schon im Kindergarten auf. Viel besser geht es im Text nicht weiter: Die Menschen kämen vor allem „aus den Ländern Schwarzafrikas“. Der kolonialistische Begriff „Schwarzafrika“ wird von seriösen Organen schon lange nicht mehr verwendet, da er rassistisch ist. Am Bezirksausschuss des Westends scheint das allerdings einhellig vorbeigegangen zu sein. Das gut gemeinte Schreiben gerät vollends zur Farce.

Verächtlichmachung der Armen, kuschen vor den Eigentümern

Von der Stadt organisierter Farb-Anschlag auf Sozialwohnungen

Deutlich erfolgreicher ist der Bezirksausschuss darin, den Junkies (und Anwohnenden) die öffentlichen Sitzmöglichkeiten abzubauen oder Sichtschutzhecken ausreißen zu lassen. Anstatt die Mittellosen vor Übergriffen der Stadtplaner zu schützen, winkt der Bezirksausschuss jede Gemeinheit durch. Die Verschandelung der Sozialwohnungen Ecke Westend-Bergmann-Tubeckstraße war der größte Farb-Anschlag 2014 gegen jene, die mit ihren kümmerlichen Hartz4-Bezügen auszukommen haben.

Über 60.000 Euro schätzten die Gestalten des Vereins „Positive-Propaganda“ die Kosten für ihr kommunal finanziertes Stadtmarketing. Die Bewohnenden der Sozialwohnungen hätte sich sicherlich darüber gefreut, das Geld selbstverwaltet zu investieren. Jetzt staut sich an der tiefschwarzen Fassade im Sommer die Hitze und drückt zu den Fenstern rein. Wer von drinnen raussieht, darf sich wie ein Idiot gerahmt fühlen. Der Bezirksausschuss hätte besser mehr Energie darauf verwendet, die zahlreichen leerstehenden Wohnungen wieder beziehbar zu machen. Doch hier kuscht man vor den Eigentümern.

Beste Lage – alles im Bild seit Jahren leerstehend

Durchgeknallte Antifeministen vertreiben Arztpraxis
Ein weiterer harter Rückschlag 2014 war auch die Kapitulation der Praxis von Friedrich Stapf. Jeden Tag standen sich die Eiferer des Vereins „Lebenszentrum“ vor seiner Paxis in der Fäustlestraße die Füße platt. Seit den 70er Jahren führt Stapf Abtreibungen durch. Gegen die bayerischen Ministerien konnte sich der frühere FDP-Funktionär noch durchsetzen, die Hartnäckigkeit der Irren und ihre „Gehsteigberatung“ hat ihn nun zum Verlassen des Viertels gezwungen. Weder der Bezirksausschuss noch die Viertelbewohner haben der üblen Gewissensprüfung der „Lebensschützer“ bei ihrer „Gehsteigberatung“ viel entgegengesetzt.

Die Abtreibungsgegner haben sich mit ihrer Embryo-Schau um die Ecke der Stapf-Praxis angesiedelt

Gentrifizierung ist ein aggressiver Prozess, der sich gegen Einwohner mit niedrigem Einkommen richtet. Im Westend sind daher davon mehrheitlich People of Color betroffen. In die selbe Kerbe schlägt eine Kneipe, die Zutritt nur für Deutsche propagiert. Und ein Bezirksausschuss ebenfalls, der Sozialwohnungen beschmieren lässt, den Mittellosen die Parkbänke wegnimmt und Wohnungen leerstehen lässt. Noch nicht einmal einen antirassistischen Text bekommt die politische Instanz hier gebacken, ohne ihren eigenen Rassismus zur Schau zu stellen. Das Viertel geht vor die Hunde.

Edmund Hufnagel und das Ende der „Freiheit“

Edmund Hufnagel gewann 1931 bei der Arbeiterolympiade in Wien. Für seinen ersten Platz im Jiu-Jitsu wäre er von der Stadt München fast ausgezeichnet worden. Doch die Nazis fuhren ihm in die Parade. Eine Erinnerung an den letzten (fast) gewürdigten Arbeitersportler aus dem Westend.


Schwerathleten üben am Rande der Arbeiterolympiade 1931

1.600 Einladungen verschickte die Stadtverwaltung noch zur großen Ehrenbriefverleihung am 15. März 1933. Doch die Weimarer Republik war am 15. März faktisch schon abgemeldet. Die sogenannte „Reichstagsbrandverordnung“ trat in Kraft, die Hakenkreuzflagge wehte vom Turm des Münchner Rathauses. Fünf Tage später wird sich der konservative Bürgermeister Scharnagl zum Rücktritt gezwungen sehen. Unter den Ehrenbriefen an diesem Abend befanden sich aber noch zwei, die überhaupt nicht in die neue Zeit hineinpassten. Die sozialistischen Fahrradfans vom Arbeiter- und Radfahrerbund „Solidarität“ sollten für ihren ersten Platz im Saalfahren 1932 in Halle einen Teampreis erhalten. Und ein Ehrenbrief für den Arbeitersportler Hufnagel vom Arbeiter Jiu-Jitsu Klub „Freiheit“ war auf Lager. Aber wurden diese beiden Auszeichnungen inmitten der nationalsozialistischen „Erhebung“ verliehen? Und wer überhaupt war dieser Hufnagel?

Eine Rekonstruktion: Aufschlag der Hufnagels in München
Vater Hufnagel kam 1892 im Alter von 21 Jahren nach München. Das Westend, eine stinkende Ausgeburt der Industrialisierung auf der Sendlinger Haid, zog zwischen 1880 und 1900 circa 27.500 Menschen an, zumeist Jugendliche aus den bayrischen Provinzen. Wo und wann Vater Hufnagel, wohnhaft in der Kazmairstraße, dann Margareta Zilk aus der Oberpfalz einen Heiratsantrag machte, nach einem gemeinsamen Besuch beim ersten Fußballspiel auf der Theresienwiese 1895 oder nachdem er mit einem Fleisch vom Rossmetzer aus der Wirtschaft „Pferdebahnhof“ getorkelt war, ist nicht überliefert. Jedenfalls heirateten beide 1899 und nur wenig später erblickten drei weitere Hufnagels das Licht der Welt, wovon der zweite, Edmund, am 10. April 1902 geboren wurde.

Als Edmund zwölf Jahre alt war, zog es seinen Vater mit 43 Jahren noch in den 1. Weltkrieg, allerdings kam er schon 1916 vorzeitig zurück, und mietete sich in die Ganghoferstraße 19 ein. Die Schulen im Westend dienten während des 1. Weltkrieges als Reserve-Lazarette und der kleine Edmund wird seine Tage wie die anderen Kinder auch in der Ganztagsschule in Laim verbracht haben. Der 23-Jährige Edmund kam ab 1925 dann als Formerlehrling bei Theresa Schmidthuber unter, am Rande des Westends, jenseits der Gleise, im Hinterhaus der Ganghoferstraße 76.

Der Arbeiter Jiu-Jitsu Klub „Freiheit“
Edmund Hufnagel begeisterte sich bald für die Arbeitersportbewegung, die sich parallel zur Herausbildung des Industriekapitals geformt hatte. Er wurde Mitglied im Arbeiter Jiu-Jitsu Klub „Freiheit“. Dieser gründete sich 1923 im Zuge der aufkommenden Jiu-Jitsu Begeisterung, die in Deutschland vor allem von Berlin her angestoßen wurde. Nahezu zeitgleich entstanden in München beispielsweise der „Jiu-Jitsu Club München e.V.“, die „Münchner Jiu-Jitsu Vereinigung 1923“ und etwas später der kommunistische „Jiu-Jitsu Club Athena“.

Dem kleinen Arbeiter Jiu-Jitsu Klub „Freiheit“ diente als Ringermatte ein unzureichendes Provisorium aus Holzwolle, an notwendiger Sportkleidung mangelte es ebenfalls. 1924 beantragte der Verein bei der Stadt eine finanzielle Förderung, die teilweise gewährt wurde. München dürfe hinter Berlin nicht zurückstehen, hieß es im Antrag auf Förderung der „Freiheit“. Außerdem verdiene Jiu-Jitsu „schon deshalb so große Beachtung, weil es kaum eine Leibesübung gibt, die in so hohem Maße den Sport als den angenehmen Teil mit der Selbstverteidigung als nützlichen Teil“ verbinde.

Reise ins „Rote Wien“
Im Juli 1931 machte sich Hufnagel mit 29 Jahren dann auf zur Arbeiterolympiade nach Wien. An diesem Event nahmen tausende Menschen teil, beim einleitenden Festzug sollen circa 100.000 aufgelaufen sein. Teilnehmende aus 15 Nationen reisten an. Die längsten Anreisewege nahmen die Sportlerinnen und Sportler aus Palästina und ein Leichtathlet aus den USA auf sich. Weshalb aber die meisten der mindestens 100 angereisten zionistischen Sportlerinnen und Sportler doch nicht an den Wettkämpfen teilnahmen, bleibt bislang ungeklärt. Mr. Lange, der erste und letzte US-Amerikaner, der je an einer der drei Arbeiterolympiaden teilgenommen hat, erreichte im Zehnkampf der Männer den vorletzten Platz. Insbesondere sein kurzreichender 27-Meter-Speerwurf verhagelte ihm die Bilanz.

Die Jiu-Jitsu-Wettkämpfe machten 28 Österreicher und acht Deutsche unter sich aus. Von den acht Deutschen kamen mindestens drei aus München: Edmund Hufnagel, Franz Zachmann und Josef Hammerstingl. In manchen Gewichtsklassen fanden sich kaum mehr als zwei Teilnehmer. Hammerstingl – seines Zeichens auchVorstand vom Arbeiter Jiu-Jitsu Klub „Freiheit“ – erreichte den dritten Platz im Bantamgewicht, in dieser Gewichtsklasse waren es aber nur vier Teilnehmer. Hufnagel hatte sich im Weltergewicht immerhin gegen sechs weitere Kontrahenten durchzusetzen.


Konnten ihr Versprechen nicht halten: Die Arbeiterfußballer 1931

Die Ungnade der späten Auszeichnung
Eigentlich hätte Hufnagel für seinen ersten Platz schon 1932 mit einem Ehrenbrief der Stadt München bedacht werden können, hätte der Arbeiter-Athleten-Bund das Gesuch für Hufnagels Ehrung nicht viel zu spät eingereicht. Die Auszeichnung wurde aufs Folgejahr verschoben. Vieles deutet aber darauf hin, dass Hufnagel seinen Ehrenbrief auch an diesem Abend des 15. März 1933 nicht entgegennehmen konnte.

Die Nationalsozialisten gaben im Münchner Rathaus faktisch schon den Ton an, kommunistische und sozialdemokratische Kader wurden auf offener Straße zusammengeschlagen. Heinrich Himmler schwang sich am Tag der Ehrung zum kommissarischen Polizeipräsident in München auf. Der Arbeitersportler Hufnagel stieg vor den Augen der SA-Schergen demnach vermutlich nicht auf das Podium im Festsaal, um seinen Ehrenbrief im Namen des sozialistischen Arbeitersports in Empfang zu nehmen.

Dafür spricht auch das Original-Manuskript der Rede des zweiten Oberbürgermeisters Küfner an diesem Abend, das im Münchner Stadtarchiv zu finden ist. Ein Satz des Entwurfs seiner Rede wurde nämlich nachträglich durchgestrichen: „Das Arbeiter Sport Kartell ist vertreten mit einem Meister im Jiu-Jitsu und einer Mannschaft im Radfahren.“

Weiterführendes:
Arbeiter-Olympiade in Wien: Was war mit den zionistischen Arbeitersportlern los?

Westend: Gentrification-Class fertig mit den Nerven

Dass Kritik an konkreten „Gentrifizierern“ dumm sein kann, haben wir bereits dargestellt. Dass die Betreibenden der neuen Läden deshalb nicht unbedingt große Lichter sind, kommt jetzt. Achtung, echte Gefühle!

liebe westendler (& -lovers)

diese email leite ich gerne weiter, bevor es endgültig heißt WESTEND SUCKS! das tut es irgendwo nämlich, boring, boring, boring, und ich rede nicht von gentrifizierung!
die wenigen, die wir uns bemühen aus diesem viertel was zu machen, schaffen es natürlich nur, wenn IHR mitmacht.
kauft bitte, soweit möglich, im viertel ein, geht im viertel aus und zieht eure freunde zu uns ins westend.
die wenigen geschäfte und läden hier haben`s sehr schwer, aber sie sind nur für euch da!
man könnte mit seinem laden ebenso in der türkenstr. sitzen – die mietpreise sind mittlerweile identisch-, aber wir wollen dieses viertel beleben und lebenswert machen, für uns und für euch!
nehmt bitte die veranstaltungen und bemühungen der aktiven wahr, wenn ihr könnt. siehe unten: fritz´s modedisco ist genial!

vielen dank.

mfg,

xxx

aus dem xxx

Beherzte Reaktion der Betreiberin einer modischen Kaffeebude auf den Veranstaltungshinweis „Modedisco im Neodorn Store“.

Volksinitiative für eine geschmackvolle Zukunft des Westends! McDonald’s now!

Am Samstag den 30. Juli fand auch dieses Jahr eine Großdemonstration für eine geschmackvolle Zukunft des Westends in München statt. Als Gruppe wollen wir unsere Einschätzungen zu den gelaufenen Aktionen darlegen.

Auf die Großdemonstration von „McDonald’s now!“ kamen dieses Jahr erfreulicherweise deutlich mehr Menschen als letztes Jahr. Das Bündnis für eine geschmackvolle Zukunft geht von über 400 Teilnehmer_innen aus – ein klarer Erfolg der diesjährigen Mobilisierung. Aufgerufen hatten abermals die Gruppen BashMac und die Dinkelbrot Haters sowie AK Westend Royal. Im Anschluss an ein angenehm kurzes Auftakt-Anstellen vor der McDonald’s-Filiale am Münchner Hauptbahnhof formierte sich die Demo: Hinter einer Massendelegation des Bündnisses kam der kulinarische Block. Wir hatten uns dieses Jahr dafür entschieden, das Auftreten des Blockes offener zu gestalten: So lief die Blockspitze ohne mittleres Menü und ohne Pommes – sehr wohl aber mit Cheeseburgern zum Mitnehmen. Wir bewerten die Stimmung im Block, seine inhaltliche Ausrichtung und seine Außenwirkung als sehr positiv: Es waren viele gute Hochtransparente und massenhaft Schilder (v.a. mit der Parole „McDonald’s Now! Sonst Generalstreik!“) im Block zu sehen.

Getrübt wurde die ansonsten positive Stimmung durch zwei problematische Vorfälle: Auf Höhe der Gollierstraße tauchten Provokateur_innen mit u.a. Steckerlfisch-Fahne und selbst gebackenem Flammkuchen am Rande des Blockes auf. Trotz des Versuchs der Ordner_innen, die Provokateur_innen vom Demozug zu verweisen, kam es zu Handgreiflichkeiten. Eine Demonstrantin wurde mit einer mehrteiligen Kaffeemaschine der Marke Baresta schwer verletzt. Aufgrund ihres Auftretens sehen wir diese Provokateur_innen nicht als Teil der geschmackvollen Bewegung: Wer eine Demo für gerechte Fritten wiederholt zu stören versucht und sich dabei mit einem Transparent („Solidarität mit BioBio – McDonald’s in die Schranken weisen“) für einen so unbezahlbaren wie faden Fraß einsetzt, hat für uns mit kulinarischer Bewegung nichts zu tun. Auf die Provokationen hin wurden aus dem Block teilweise Parolen gerufen, die wir kategorisch ablehnen.

Wir sehen die diesjährige Demo und insbesondere den kulinarischen Block als Erfolg. Auch Kiyra Papadopoulos, Sprecherin des Bündnisses für eine geschmackvolle Zukunft, zeigte sich im Anschluss zufrieden: „Es ist uns gelungen, ein kraftvolles Zeichen zu setzen. Auch wenn die Systemmedien die Demonstration wieder verschweigen werden, wir machen weiter.“